Themen: , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Die Unfallversicherung zählt – ebenso wie die üblichen Sozialversicherungen – zu den Pflichtversicherungen. Informationen zu Ausnahmen/Befreiungen findet man in den Satzungen der jeweils zuständigen Berufsgenossenschaft.

Über die Anerkennung eines Arbeitsunfalls entscheiden die gesetzlichen Unfallversicherungsträger.

Der Anspruch auf Leistungen besteht dann z.B. für ärztliche Behandlung, Verletztengeld während der Arbeitsunfähigkeit, Umschulung/ behindertengerechte Umgestaltung des Arbeitsplatzes, Unfallrente bei dauerhaften Gesundheitsschäden sowie Hinterbliebenenrenten im Todesfall, ebenso wie für Hilfsmittel – wie z.B. Brille/Hörgerät -, die während einer versicherten Tätigkeit beschädigt wurden. Ansonsten werden in der Regel keine Sachschäden vom Unfallversicherungsträger übernommen.

 

Wird der Unfall nicht als Arbeitsunfall anerkannt, informiert der Unfallversicherungsträger die entsprechende Krankenkasse über die Ablehnung. Somit übernimmt die Krankenversicherung die notwendigen medizinischen Leistungen. In bestimmten Fällen kann eine Rente wegen Erwerbsminderung der gesetzlichen Rentenversicherung in Betracht kommen.

 

Durchgangsarzt: Im Fall einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Kalendertagen sind Unternehmer verpflichtet, dies bei der zuständigen Berufsgenossenschaft /Unfallkasse zu melden. Betroffene eines Arbeitsunfalls sollten sich von einem „Durchgangsarzt“ behandeln lassen: D-Ärzte sind für die Behandlung von Unfallverletzten speziell qualifiziert, zudem ist die Praxis/Klinik auf die Behandlung von Unfallverletzten ausgerichtet. Bei leichteren Verletzungen kann die Behandlung durch den Hausarzt erfolgen.

 

Ein Arbeitsunfall muss sich nicht direkt am Arbeitsplatz ereignen, der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung besteht genauso bei der Ausübung eines Ehrenamtes, Pflege eines nahen Angehörigen im eigenen Wohnhaus, während des Kindergarten- bzw. Schulbesuchs sowie einer Hilfeleistung nach einem Verkehrsunfall.

 

Ebenfalls versichert sind sogenannte Wegeunfälle: Der Versicherungsschutz beginnt mit dem Verlassen des bewohnten Gebäudes und endet mit Betreten des Betriebsgeländes – wobei der Versicherte gesetzlich nicht verpflichtet ist, nur den kürzesten Weg zu benutzen. Versichert sind zudem Wegeabweichungen wegen Fahrgemeinschaften oder weil Kinder wegen beruflicher Tätigkeit in fremde Obhut (z.B. Kindergarten, Großeltern) zu geben sind.

 

Der Versicherungsschutz umfasst grundsätzlich nur Tätigkeiten, die in unmittelbarem oder organisatorischem Zusammenhang mit der Arbeit oder dem Schulbesuch stehen, so auch:

  • Wege zur oder von der Mittagspause (Fremd-/Kantine, Gaststätte, zuhause) – wobei die Pause/der Aufenthalt selbst nicht versichert ist
  • Wege zur oder von der Toilette – die Notdurft selbst steht nicht unter Versicherungsschutz
  • Teilnahme an einer Betriebsfeier – bei übermäßigem Alkoholgenuss kann der Unfallversicherungsschutz entfallen
  • Teilnahme am Betriebssport / an sportlichen Betriebsveranstaltungen – Ausnahme: besonders gefährliche sportliche Betätigungen sowie Veranstaltungen mit Wettkampfcharakter

 

Wichtig:

Der Versicherungsschutz entfällt nicht bei verbotswidrigem Handeln oder fahrlässigem Verhalten. Hat der Versicherte den Arbeits- oder Wegeunfall jedoch absichtlich herbeigeführt, liegt kein Versicherungsfall vor.

 

Die Erledigung von Hausaufgaben im häuslichen Bereich, privater Nachhilfeunterricht sowie Freizeitveranstaltungen von Schülern, bei denen die Schule nur organisatorisch tätig ist, unterliegen nicht der gesetzlichen Unfallversicherungspflicht.

 

Ferienjob / Praktikum / Mini-/Midijob / geringfügige Beschäftigung:

Ein Unfallversicherungsschutz besteht unabhängig von der Dauer des Arbeitsverhältnisses oder der Höhe des Entgelts, er beginnt mit dem ersten Arbeitstag und schließt den Weg zur und von der Arbeitsstätte mit ein.

 

Nicht versichert sind üblicherweise Ferienjobs oder Praktika im Ausland, oftmals auch dann, wenn es sich bei dem Arbeitgeber um ein deutsches Unternehmen handelt.

 

Versicherungsfrei sind:

  • Beamte und ihnen gleichgestellte Personen (soweit für sie beamtenrechtliche Unfallfürsorgevorschriften gelten)
  • Personen, die bei Arbeitsunfällen Versorgung nach dem Bundesversorgungsgesetz erhalten oder nach Gesetzen, die das BVG für anwendbar erklären (z.B. Zivildienstgesetz)
  • Mitglieder geistlicher Genossenschaften, Diakonissen und Angehörige ähnlicher Gemeinschaften, die sich aus überwiegend religiösen oder sittlichen Beweggründen mit Krankenpflege, Unterricht oder anderen gemeinnützigen Tätigkeiten beschäftigen, soweit lebenslange Versorgung gewährleistet ist
  • selbstständig tätige Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Heilpraktiker und Apotheker (Möglichkeit zur freiwilligen Versicherung)