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Unser Kniegelenk ist kompliziert und äußerst komplex: Oberschenkelknochen, Kniescheibe und Schienbein sind miteinander verbunden, das Wadenbein jedoch ist nicht mit dem Kniegelenk verbunden.

Um die Führung der Knochen im Gelenk zu gewährleisten, befinden sich hier zwei halbmondförmige Knorpelscheiben (Meniskus). Die Patellarsehne zieht als starker Strang über die Kniescheibe zum Schienbein. Um das Gelenk befindet sich eine kräftige Gelenkkapsel mit einer starken Schleimhautschicht und einem dicken Knorpel, der das Gleiten der Knochen aufeinander ermöglicht.

Die Schleimhaut ist mit vielen Gefäßen und Nerven durchzogen und produziert Flüssigkeit, wodurch das Gleiten des Knorpels aufeinander und somit die Bewegung ermöglicht wird.

Eine Bakerzyste ist eine gutartige, mit Flüssigkeit gefüllte Ausstülpung in der schwächsten Stelle der Gelenkkapsel: der Kniekehle. Zwischen zwei Muskeln hindurch bildet sich ein Überlaufsack, der ähnlich einem Stiel mit dem Kniegelenk verbunden ist.

Durch eine bereits bestehende Schädigung kommt es zu einer vermehrten Flüssigkeitsproduktion im Kniegelenk – ein Versuch sich damit besser zu schmieren, wobei das Gelenk insgesamt aber zu viel Flüssigkeit produziert. Durch diesen erhöhten Gelenkinnendruck erschlafft das umliegende Bindegewebe und es bildet sich eine mit Flüssigkeit gefüllte Ausstülpung (Zyste).

Risikofaktoren: 

Bereits länger bestehende Schädigung des Knies (z.B. Meniskusschaden), Alterungsprozess, Gelenkentzündung (rheumatoide Arthritis), Arthrose

Beschwerdebild: 

Beschwerden sind abhängig von der Größe der Zyste, also der Menge der Flüssigkeitsbildung:

  • Spannungsgefühl in der Kniekehle
  • Immer wieder auftretende Schmerzen in Knie– und Wadengegend
  • Bewegungsabhängige, wiederkehrende Schmerzen sowie Schwellungen in der Kniekehle wie auch in der Wadenmuskulatur
  • Schwellung in der Kniekehle nach Belastung, die nach Schonung wieder abklingt
  • Ab einer gewissen Größe der Zyste bildet sich die Schwellung nicht mehr zurück und es treten Beschwerden bereits in Ruhe auf

Untersuchungsmöglichkeiten: 

  • Blickdiagnose sowie Ertasten der Bakerzyste
  • Ultraschall (Sonographie) zur Bestimmung von Größe und genauer Lage der Zyste
  • Röngten/Magnetresonanztomographie: zur Darstellung von Abnutzungserscheinungen
  • Laboruntersuchungen: Entzündungs-/Rheumafaktoren

Behandlungsmöglichkeiten: 

Abhängig von der Art des Kniegelenkschadens. Im Akutfall helfen kalte Umschläge (Eis) und Schonung für ein paar Tage

  • Medikamentös: entzündungshemmende Schmerzmittel (wie z.B. Rheumamittel)
  • Punktion: Absaugen des Zysteninhaltes bei gleichzeitiger Einspritzung Kortison haltiger (also entzündungshemmender) Medikamente. Die Zyste löst sich dadurch zwar nicht auf, jedoch bessern sich die Beschwerden für eine längere Zeit.
  • Operative Entfernung: Nur dann indiziert, wenn innerhalb von Monaten keine Besserung eintritt.
  • Arthroskopie: (Kniespiegelung) – Kann der Gelenkschaden (z.B. ein Meniskusriss) arthroskopisch behoben werden, bildet sich die Bakerzyste in den meisten Fällen von selbst zurück.

Bei einer Rheumaerkrankung, muss die Bakerzyste entfernt werden.