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Die Bauchspeicheldrüse/Pankreas (griech. „pan“ = alles, „kreas“ = Fleisch) ist ein zungen- bzw. keilförmiges Organ und befindet sich vor der Wirbelsäule – Höhe 1. bis 3. Lendenwirbel – hinter dem Magen. Sie wird in Kopf (größter Teil), Körper und Schwanz unterteilt, wobei der Pankreaskopf an den Zwölffingerdarm grenzt, mit dem er über einen Ausführungsgang verbunden ist. Der Pankreasschwanz zieht sich bis zur Milz in den Oberbauch. Auf ihrer gesamten Länge wird sie vom Pankreasgang durchzogen, der Verdauungssekret in den Darm leitet.

 

Die Bauchspeicheldrüse wird entsprechend ihren Aufgaben in zwei Abschnitte unterteilt: Zwischen den exokrinen Anteilen, die Flüssigkeiten in den Darm abgeben liegen – wie Inseln – andersartige Zellverbände, die den endokrinen Anteil, Abgabe von Stoffen in das Blut, ausmachen.

 

Aufgabe des endokrinen Teils: Hormonsystem

Die „Langerhan`schen Inselzellen“ -ca. 1,5 Millionen kleine Zellgruppen, die sich über die Bauchspeicheldrüse verteilen –  produzieren die Hormone Insulin und Glucagon sowie Stomatosin, die sie ins Blut abgeben und die vorwiegend den Blutzuckerspiegel (Energiestoffwechsel) regulieren.

 

Aufgabe des exokrinen Teils: Produktion von Verdauungssekret

Dieser Teil macht ca. 98% der Gesamtmasse aus. In den Drüsenzellen werden täglich zwischen 1,5 und 3 Liter Flüssigkeit (Verdauungssekret) produziert und über den Pankreasgang in den Zwölffingerdarm abgeleitet. Das Sekret besteht aus vielen Enzymen, unter anderem Amylase zur Spaltung von Kohlenhydratverbindungen (Stärke), Trypsin zur Eiweißverdauung sowie Peptidasen/Lipase zur Fett- und Nukleinsäure-Verdauung.

 

Zusätzlich enthält das Verdauungssekret Bikarbonat, wodurch es alkalisch wird: Es neutralisiert die Salzsäure, die mit dem Nahrungsbrei aus dem Magen in den Zwölffingerdarm kommt. Ohne Bikarbonat würde die Salzsäure die sensible Darmschleimhaut extrem schädigen.  Außerdem „arbeiten“ die Enzyme am effektivsten bei neutralem bzw. leicht erhöhtem pH-Wert.

 

Ist die Bauchspeicheldrüse in ihrer Funktion gestört, wird der Nahrungsbrei nur noch unvollständig verdaut und der Blutzuckerhaushalt nicht mehr ausreichend reguliert. Die Folgen sind Gewichtsverlust, Mangelversorgung mit fettlöslichen Nahrungsbestandteilen und sowie die Entwicklung eines Diabetes mellitus.

 

Häufige Erkrankungen:

  • Diabetes mellitus
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs – aufgrund ihrer Lage nahe an der Hauptschlagader und der unteren Hohlvene kann sich ein bösartiger Tumor (Pankreaskarzinom) schnell ausbreiten
  • Mukoviszidose (vererbte Stoffwechselerkrankung)

 

Diabetes mellitus ist eine Erkrankung des endokrinen Anteils der Bauchspeicheldrüse:

 

Diabetes mellitus Typ I

Das körpereigene Immunsystem richtet sich gegen den eigenen Körper und zerstört die insulinproduzierenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse. In der Folge können diese kein Insulin mehr produzieren, wodurch der Blutzucker ansteigt.

 

Diabetes mellitus Typ II:

Das körpereigene Insulin verliert zunehmend seine Wirksamkeit. Um dies auszugleichen, produziert die Bauchspeicheldrüse anfänglich mehr Insulin, was zu einer dauerhaften Überbeanspruchung und dann zum Verlust der Bildungsfähigkeit von Insulin führt.