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Blut im Stuhl ist ein Hinweis für eine Erkrankung oder Verletzung im Verdauungstrakt, bei der Blut in den Darm gelangt – dies sollte auf jeden Fall weiter abgeklärt werden.

Man unterscheidet drei verschiedene Formen:

Sichtbares, hellrotes Blut im Stuhl oder am Toilettenpapier nach dem Säubern ist ein Hinweis für frisches Blut aus dem unteren Verdauungstrakt (Dickdarm, Anus).

Ursachen hierfür sind oftmals Hämorrhoiden, des weiteren Analfissuren (Schleimhautrisse des Enddarms), chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), bakterielle Darminfektionen, unfallbedingte Verletzungen oder Fremdkörper im Bauchraum, Darmpolypen, angeborene Gefäßfehlbildungen, Divertikulitis, vergleichsweise selten sind Darmkrebs/Dünndarmtumoren.

Sichtbarer, dunkelrot bis schwarz gefärbter Stuhl (=Teerstuhl), mitunter auch glänzend, klebrig und übelriechend, ist ein Hinweis auf Blut aus dem oberen Verdauungstrakt (Magen, Zwölffingerdarm), das mit der Magensäure in Verbindung gekommen und bereits geronnen ist.

Teerstuhl ist ein Notfall, der eine sofortige Behandlung erfordert, dies gilt ebenfalls für größere Blutabgänge im Stuhl.

Ursachen: Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis), Geschwüre im Magen oder Zwölffingerdarm, Einrisse in der Speiseröhre durch heftiges Erbrechen , Minderdurchblutung des Darms (Ischämie), Verletzung oder Fremdkörper im Bauch, Krampfadern in der Speiseröhre (sog. Ösophagusvarizen).

Für das Auge nicht sichtbares, sog. „okkultes“ (=verborgenes) Blut, kann nur mit einem Blutstuhltest (z.B. Hämoccult) nachgewiesen werden.

Derart verborgene, kleine Blutabgänge im Stuhl bleiben häufig lange Zeit unbemerkt; sie führen zu Blutarmut (Anämie). Anzeichen hierfür sind Müdigkeit, Leistungsminderung, Kopfschmerzen, Blässe der Haut/Schleimhäute.

Information: Eine Schwarzverfärbung des Stuhls tritt ebenfalls bei Einnahme von Eisenpräparaten oder Verzehr bestimmter Nahrungsmittel, wie z.B. Heidelbeeren oder schwarze Lakritze auf!

Begleitsymptome bei Hämorrhoiden sind häufig Jucken und Brennen des Afters. Ein plötzlicher Blutabgang ist oftmals verbunden mit Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung, Blähungen, Erbrechen/Erbrechen von Blut, bis hin zum Kreislaufschock.

Krebspatienten leiden zudem an Gewichtsverlust, einem Wechsel von Verstopfung und Erbrechen sowie Schleimauflagerungen am Stuhl.

Untersuchung: 

Ausführliche Anamnese mit Abklärung der Begleitsymptome, Lebensgewohnheiten und Medikamenteneinnahme (v.a. Blutverdünnung); Inspektion des Afters, Austasten des Enddarms; Laboruntersuchung (Blut, Stuhltest); Spiegelung des Magens, Dickdarms oder Enddarms; Tests auf eine Infektion mit Helicobacter pylori

Eine Therapie richtet sich nach der Ursache sowie dem Ausmaß der Blutung: Stoppen der Blutungsquelle, Salben/Zäpfchen, Bluttransfusion bis hin zu Operation und Krebstherapie.

Um Magen-Darmerkrankungen – und damit auch Blut im Stuhl – vorzubeugen, kann man selbst dazutun:

  • Krebs-/Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen
  • regelmäßige Bewegung sowie eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung mit ausreichend Flüssigkeit verhindern einen zu harten Stuhlgang/Verstopfung und einen Überschuss an Magensäure
  • schädliche Substanzen (z.B. Alkohol) vermeiden