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Immer schneller, immer weiter, immer besser – ein weiterer Schritt zur Sicherung des sauberen Sports.

Erfolgreiche Sportler sind Vorbilder, Sport vereint positive Werte wie Gesunderhaltung und Leistungsbereitschaft, Fairness und Teamgeist.

Millionen Zuschauer, Medien und Veranstalter vertrauen auf einen fairen sportlichen Wettbewerb und investieren ihr Geld. Bund, Länder, Gemeinden und Sponsoren unterstützen umfangreich die Gehälter für Leistungssportler und deren Umfeld wie Management und Trainer mit öffentlichen Fördermitteln, Start-, Preis- und Sponsorengeldern. Dies bietet den (Leistungs-) Sportlern viele Einnahmemöglichkeiten — aber auch einen hohen Anreiz, durch Doping die Leistungsfähigkeit zu erhöhen und damit Ergebnisse von Wettbewerben zu verfälschen.
Vor diesem Hintergrund besteht ein großes öffentliches Interesse, den Sport vor negativen Schlagzeilen und Entwicklungen zu bewahren.

Doping verschafft ungerechtfertigte Vorteile, täuscht und schädigt die Konkurrenten im Wettbewerb und raubt dem Sport die Glaubwürdigkeit.

Der illegale Handel mit Dopingmitteln hat inzwischen alarmierende Ausmaße erreicht, organisierte Vertriebswege und Händlerstrukturen sind vergleichbar mit denen im organisierten Drogenhandel. Dopingmittel werden aus dem Ausland oder von Untergrundlaboren erworben und mit enormen Gewinnspannen im Internet verkauft. Vor allem im Bodybuilding- und Kraftsportbereich werden ohne ärztliche Kontrolle und mit hohen gesundheitlichen Risiken Dopingmittel in großem Umfang konsumiert. Auch jugendliche Sportler kommen an Dopingmittel und gebrauchen diese trotz der großen Gesundheitsgefahren, die die Anwendung dieser Mittel gerade in der Wachstumsphase birgt:
Doping bringt nämlich gravierende Gesundheitsrisiken und -gefahren mit sich – was schwere Spätfolgen und zahlreiche Todesfälle in der Vergangenheit bereits gezeigt haben.

Durch anabole Steroide wird massiv in den Hormonhaushalt eingegriffen, was lebensgefährliche Nebenwirkungen haben kann:

  • das Herzinfarktrisiko erhöht sich
  • die Leber verändert sich, der Fettstoffwechsel wird gestört
  • häufig unnatürliches Brustwachstum bei Männern
  • Vermännlichung bei Frauen
  • Blutdoping: unsachgemäße Lagerungen führen zu Veränderungen und somit zu einer drastischen Erhöhung des Risikos für Thrombosen oder Embolien. Dies betrifft nicht nur die dopenden Sportler selbst, sondern auch die Allgemeinheit, die die Kosten für deren medizinische Behandlungen über die Krankenkassen tragen muss!

Der Zeitrahmen, in dem Sportler ihre Höchstleistungen erbringen und dies finanziell nutzen können, ist kurz, ihnen bleiben meist nur einige Jahre für ihre Karriere. Der Druck, in dieser Zeit besonders effektiv zu sein, birgt den Anreiz mit verbotenen Dopingmitteln oder –methoden nachzuhelfen.

Verbandsrechtliche Maßnahmen wie Wettkampfsperren in präventiver Hinsicht sind nicht immer wirkungsvoll. Daher liegt seit Mitte November letzten Jahres ein Entwurf eines „Gesetzes zur Bekämpfung des Dopings im Sport (Anti- DopG)“ vor, welches erörtert, im April dieses Jahres abschließend im Kabinett behandelt und dann dem Bundestag zugeleitet werden soll.

Zusammenfassung wesentlicher Neuerungen:

  • Verknüpfung von bislang im Arzneimittelgesetz (AMG) geregelten Verbote / Strafbewehrungen in das Anti- Doping-Gesetz;
  • Erweiterung der bisher im AMG geregelten Verbote durch neue Tatbegehungsweisen sowie durch die ausdrückliche, detaillierte Erfassung auch von Dopingmethoden und – mitteln;
  • Schaffung eines strafbewehrten Verbots des Selbstdopings, mit dem erstmalig gezielt dopende Leistungssportlerinnen und Leistungssportler erfasst werden, die beabsichtigen, sich mit dem Doping Vorteile in Wettbewerben des organisierten Sports zu verschaffen;
  • Einführung einer Strafbarkeit von Erwerb und Besitz von Dopingmitteln auch bei geringer Menge, sofern mit diesen Selbstdoping beabsichtigt ist.

Zudem ist es verboten, Dopingmittel oder Stoffe, die einen solchen enthält, zum Zweck des Dopings beim Menschen im Sport herzustellen, mit ihm Handel zu treiben, sie, ohne Handel zu treiben, zu veräußern, abzugeben, sonst in den Verkehr zu bringen oder auch zu verschreiben.

Einschränkung eines Grundrechts:
Durch Artikel 5 des neuen Gesetzes wird das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis (Artikel 10 GG) eingeschränkt.

Strafen:
Für die Herstellung, das Handel treiben, die Veräußerung – auch ohne Handel zu treiben -, die Abgabe, das in Verkehr Bringen oder die Verschreibung von Dopingmitteln: Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe. Unter Strafe steht die Anwendung von Dopingmitteln oder Dopingmethoden bei einer anderen Person wie auch bei sich selbst bzw. deren Zulassung.

Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe: Erwerb wie auch Besitz von Dopingmitteln — wobei auch der Versuch strafbar ist.

Zu Freiheitsstrafen von einem bis zu 10 Jahren wird verurteilt, wer

  • die Gesundheit einer großen Zahl von Menschen gefährdet
  • einen anderen der Gefahr des Todes oder einer schweren Schädigung an Körper oder Gesundheit aussetzt
  • aus grobem Eigennutz für sich oder einen anderen Vermögensvorteile großen Ausmaßes erlangt
  • Dopingmittel an eine Person unter 18 Jahren veräußert oder abgibt, dieser verschreibt oder ein Dopingmittel oder eine -methode bei dieser Person anwendet
  • gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung solcher Taten verbunden hat.

Diese Strafen gelten für Spitzensportler des organisierten Sports.

Definition: Als Spitzensportler des organisierten Sports im Sinne dieses Gesetzes gelten, wer als Mitglied eines Testpools im Rahmen des Dopingkontrollsystems Trainingskontrollen unterliegt oder aus der sportlichen Betätigung unmittelbar oder mittelbar Einnahmen von erheblichem Umfang erzielt.