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Die häufigsten Folgeerkrankungen bei Diabetes sind Nervenschädigungen – das Risiko erhöht sich mit zunehmender Krankheitsdauer und ungenügender Einstellung der Blutzuckerwerte. Der „diabetische Fuß“ ist eine gefährliche Komplikation der peripheren Polyneuropathie.

Gravierende Folgen von dauerhaft zu hohen Glukosekonzentrationen:
Gestörte Stoffwechselprozesse:
Überschüssiger Zucker im Blut bindet sich an Eiweiße (HbA1c) und beeinflusst deren Funktion. Nervenzellen werden in ihrem Wachstums/Teilungs– und Reparationsprozess geschädigt.
Chemischer Reaktionen im Organismus führen zu Schädigungen der Gefäßwände, was zu arteriosklerotischer Veränderungen führen kann.
Die Hyperaktivität bestimmter Enzyme (wie Proteinkinase C) greift den Gerinnungsablauf und wichtige Heilungsmechanismen innerhalb der Zellen an.
Schädigung der Beinarterien (sog. „diabetische Makroangiopathie“):
Erhöhte Cholesterin- und Blutfettwerte (Triglyzeride) führen zur Ablagerungen (Plaques) an den Gefäßwänden, was wiederum zu Verengungen (Stenosierung) führen und eine Verstopfung dieser Blutgefäße verursachen kann: Die Gefäßwände versteifen, können einreißen und damit die Bildung von Blutgerinnseln (Thromben) und Gefäßwandaussackungen (= Aneurismen) begünstigen.
Retinopathie / diabetische Erkrankung der Netzhaut: Es wird noch erforscht, dass ein bestimmter Wachs-tumsfaktor eine Rolle spielt, der hier die Neubildung von Blutgefäßen anregt.
Störungen der Schweißsekretion: Folge ist eine zu trockene, rissige Haut an Füßen und Unterschenkeln. Neuropathisches Ödem: Vor den Schienbeinen gelegen können sich durch die Ablagerungen ödematöse Schwellungen bilden.

Das diabetische Fußsyndrom steht für einen ganzen Komplex von Symptomen:
Schädigung der Nerven, welche zu Taubheit, schmerzlosen Wunden führen und Schädigung der Blutgefäße, welche zu Durchblutungsstörungen führen.
Die peripheren Nerven sind aufgrund jahrelang erhöhter Blutzuckerspiegel geschädigt. Die Muskelspannung der Füße wird geschwächt, das durch Bänder und Muskeln aufgerichtete Fußgewölbe sackt zusammen – mit Fehlstellung und Schwund der Mittel- und Vorfußknochen und der Gefahr der chronischen Fehlbelastung der Füße. Die Haut ist zudem trocken und verwundbar.
Es entstehen schmerzlose Druckgeschwüre an Fußsohlen und/oder Zehen, die sich infizieren können und nur schwer wieder verheilen.
Aufgrund arterieller Durchblutungsstörungen sterben beim ischämischen Fuß ganze Gewebebezirke ab. In Deutschland müssen deswegen noch immer über 25.000 Amputationen jährlich durchgeführt werden!

Häufigkeit von verursachenden Schädigungen beim diabetischen Fuß:

  • Neuropathische Schädigungen: ca. ein Drittel der Betroffenen
  • Gefäßbedingte/angiopathische Schäden: ca. 20 % der Fälle
  • Kombination aus neuropathischen und angiologischen Schädigungen: 40 % der Fälle
  • Nahezu die Hälfte aller Diabetiker leiden zudem an einer koronaren Herzerkrankung (KHK) sowie einer diabetische Nierenerkrankung (Nephropathie).
  • Krankhafte (pathologische) Veränderungen an den Blutgefäßen des Gehirns: mehr als 20 %

Die Behandlung eines diabetischen Fußes gestaltet sich meist sehr schwierig, aufwendig und langwierig. In vielen Fällen bedarf es der Zusammenarbeit von Gefäßspezialisten (Angiologen), einer Fußambulanz, Orthopäden und weiteren Spezialisten. In Schulungen werden Diabetiker angeleitet, ihre Füße täglich zu inspizieren, Fußnägel adäquat zu pflegen und auf richtige Schuh- und Einlagenversorgung zu achten.

Durch eigenes Zutun, eine optimale Blutzuckereinstellung und eine intensive Fußpflege kann die Entwicklung eines diabetischen Fußsyndroms vermieden werden.