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Laut Studien haben 1 von 10 Patienten in Krankenhäusern, 1 von 5 Patienten im ambulanten Krankenpflegebereich und – die Dunkelziffer ist hier hoch – 3 von 10 Patienten in Alten-/Pflegeheimen ein Druckgeschwür / Dekubitus.
Ein Dekubitus ist eine Gewebeschädigung, die durch hohen und länger andauernden Druck entsteht, wenn Patienten über längere Zeit immobil bzw. bettlägerig sind. Es entsteht ein Wundliegen im Bereich der Auflagestellen, wo sich Knochen direkt unter der Haut befinden und das Körpergewicht auf diese Hautbereiche drückt.

Typische Entstehungsbereiche im seitlichen Liegen sind Ohr, Schulter, Hüfte, Knie, Knöchel und Zehen, beim Rückenliegen sind es Hinterkopf, Schulterblatt, Ellbogen, Steißbein und Ferse. Typische Druckgeschwüre im Sitzen (z.B. im Rollstuhl) sind Schulterblatt, Steißbein, Hüfte, Sitzbein sowie Ferse, hochgelagert zusätzlich der Hinterkopf.

Durch permanenten Druck können Hautbereiche nicht mehr ausreichend durchblutet und mit Sauerstoff / Nährstoffen versorgt werden. Mit der Zeit werden diese Hautstellen dünner und können mitunter absterben: Es entsteht eine offene, sehr schmerzhafte Wunde, die oft nur sehr langsam abheilt und zudem einen Nährboden für Krankheitserreger darstellt. Breiten sich die Krankheitserreger weiter aus, kann dies zu einer Blutvergiftung führen.

Risikofaktoren:

  • Gelähmte sowie bewusstlose/komatöse Menschen (sie spüren häufig weder Druck noch Schmerzen)
  • Diabetes mellitus – das Schmerzempfinden ist mitunter eingeschränkt; kann zu Durchblutungsstörungen führen
  • Durchblutungsstörungen: begünstigen die Unterversorgung druckbelasteter Hautstellen
  • Unterernährung: dünnere, schlechter durchblutete Haut, geringes Fettgewebe
  • Reibung / Scherkräfte (Verschiebung der Hautschichten gegeneinander): Rötungen / oberflächliche Verletzungen entstehen, wenn Patienten im Bett bewegt werden und über die Unterlage schleifen
  • Inkontinenz/Tragen von Windeln: Hautreizungen/-schäden, wenn die Haut über Stunden hinweg Schweiß, Urin oder Kot ausgesetzt ist
  • Erhöhtes Risiko für ein wiederkehrendes Druckgeschwür an denselben Hautstellen

Nicht jede Wunde / Hautverletzung entwickelt sich zu einem Druckgeschwür. Um den Schweregrad eines Druckgeschwürs zu beurteilen, kann man sich an folgender Einteilung orientieren:

  • Stadium 1: Die Haut ist noch intakt, jedoch rötlich verfärbt, sie kann wärmer sein als üblich.
  • Stadium 2: Oberflächliche Hautschädigung (aufgeschürft, Blasenbildung)
  • Stadium 3: Die Hautschichten sind zerstört; tiefe Wunde, die bis in die Muskelschicht reichen kann, evtl. sind Teile der Haut bereits abgestorben.
  • Stadium 4: Ein Großteil des Gewebes ist zerstört und abgestorben. Schädigungen können Muskeln und Knochen einschließen.

Behandlung und Vorbeugung: je nach Art und Schweregrad des Dekubitus

  • Eine Wunde wird üblicherweise mit sterilen Wundauflagen versorgt, falls nötig regelmäßig gereinigt und von abgestorbenem Gewebe befreit.
  • Entlastung der am meisten gefährdeten Körperstellen: Betroffene regelmäßig umlagern und drehen
  • Lagerungshilfen: spezielle druckentlastende Sitz- und Liegeflächen (Weichlagerungsmatratze) können den Druck etwas reduzieren.
  • Kritische Stellen am Körper regelmäßig überprüfen!