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Fibromyalgie ist eine schmerzhafte und chronische, jedoch nicht-entzündliche Erkrankung von Muskeln, Sehnen und Bändern („Weichteilrheumatismus“).

Betroffen sind hauptsächlich Frauen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren.

Mögliche Ursachen und Auslöser:
Die genauen Ursachen von Fibromyalgie sind noch nicht geklärt.
Im Fall einer familiären Häufung ist eine genetische Veranlagung möglich, Störungen des Muskelstoffwechsels, Störung des Schmerzempfindens im Gehirn, Verletzungen, Vorerkrankungen (z. B. Bandscheibenvorfall) oder Operationen, Autoimmunerkrankung, psychische Einflüsse, Schlafentzug (Wechselwirkung zwischen Schmerz und gestörtem Schlaf).

Auslöser: Wetterveränderungen/Kälte, Stress, Durchzug, Rauch, Lärm, grelles Licht

Symptome (Beschwerden):
Typisches Beschwerdebild: diffuse starke Schmerzen vorwiegend von Muskeln und an den Sehnenansätzen mit Druckschmerz an mindestens 11 von 18 definierten Punkten (= „tender points“), häufig einhergehend mit Übelkeit und/oder Schlaflosigkeit; diffuse Weichteilschwellungen; in der Folge Muskelverspannungen.
Die Beschwerden entwickeln sich langsam und schreiten fort, oftmals sind sie „wetterabhängig“ (nass/kalt bzw. trocken/warm); die Beschwerden schränken die Lebensqualität der Betroffenen stark ein.

Folgebeschwerden:
Schlafstörungen – dadurch Konzentrationsstörungen sowie Leistungseinschränkung – , Morgensteifigkeit, Schwellungsgefühl, Kältegefühl an Händen und Füßen, Magen- Darm-, Herzbeschwerden, unklare Unterleibsbeschwerden, Taubheitsgefühl, Beklemmung, Kopfschmerzen, depressive Verstimmung/Depressionen, Hautirritationen (vorwiegend Oberkörper)

Untersuchung:
Auffinden der schmerzhaften Druckpunkte (tender points); Laboruntersuchungen zum Ausschluss einer entzündlichen Rheuma- oder einer Schilddrüsenerkrankung

Therapie (Behandlungsmöglichkeiten):

  • Körperliche Bewegung und Ausdauertraining – vor allem Schwimmen -, physikalische Therapie, Ergotherapie
  • Vermeiden bekannter Auslöser
  • Verbesserung des Schlafs mittels Entspannungstraining, Schlaftraining, evtl. medikamentös
  • Schmerzmittel, Muskelentspannungsmittel, Entspannungstechniken (Yoga, Stretching)
  • Akupunktur
  • Gesprächstherapie zur Schmerzbewältigung, evtl. Antidepressiva

Information:
Bei einer Fibromyalgie kommt es nicht zu Gelenkschädigungen oder massiven Einschränkungen des Bewegungssystems – im Gegensatz zu andern rheumatischen Erkrankungen.

Schmerzen sind relativ: Die Bewältigung des Alltags kann bei einem Schub massiv beeinträchtigt sein, es gibt aber auch schmerzfreie Phasen. Eine Besserung der Beschwerden ist allerdings auch mit den Jahren nur selten zu erwarten.