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Ein Furunkel ist eine eitrige Entzündung eines Haarfollikels (Haarwurzelscheide und Talgdrüse) und entsteht, wenn Bakterien –  vorwiegend Typ Staphylokokkus aureus aus dem Nasen-Rachen-Raum – entlang winziger Hautverletzungen in die Haut eindringen können. Diese Bakterien können entlang eines Haarbalgs oder der Schweißdrüsen in die Tiefe gelangen und den Haarfollikel infizieren – vor allem, wenn das lokale Immunsystem der Haut geschwächt ist.

Häufig betroffen sind Bart– und Brustbereich, Nacken, Achselhöhle, Gesäß und Leistenbereich.

Eine Entzündung breitet sich schnell auf das umliegende Gewebe aus, zudem bildet sich um die Erreger eine Art Kapsel, so dass es für das Immunsystem schwerer wird, die Bakterien hinter ihrem Tarnmantel zu erkennen. Gewebezellen werden zerstört, Immunzellen lagern sich an und es entsteht Eiter.

Begünstigende Faktoren: Bestehende Hauterkrankungen wie Akne, Neurodermitis, Psoriasis – Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) – AIDS und andere Immunschwäche-Krankheiten – mangelnde Hygiene – fettige Substanzen auf der Haut (können die Haarfollikel verstopfen) – starkes Schwitzen – unzureichende Desinfektion nach einer Rasur oder Enthaarung – zu eng anliegende Kleidung, die an der Haut reibt.

Beschwerdebild: Stark geröteter, überwärmter Knoten unter der Haut, der sich anfänglich hart anfühlt, im weiteren Stadium lässt sich der Eiter hin- und her bewegen. Schmerzen im Bereich des Knotens und im umliegenden Gewebe, Aufbrechen des Furunkels mit Entleerung von Eiter möglich. Bei einer Lymphangitis dehnt sich die Rötung und der Schmerz auf die Umgebung aus, evtl. Schwellung der lokalen Lymphknoten.

Untersuchung:
Blickdiagnose, Inspektion der Haut sowie der Lymphknoten, Abstrich zur Erregerbestimmung, Laboruntersuchungen

Behandlung:
Nicht selbst Hand anlegen, vor allem das Furunkel nicht ausdrücken, da sich die Infektion dadurch verschlimmert! Die Behandlung erfolgt je nach Ausmaß und Lokalisation – ist die Entzündung noch kaum vorangeschritten, kann eine spontane Abheilung erfolgen.
• Reinigung, Desinfektion, feuchtwarme Kompressen
• Inzision: Eröffnen des Furunkels (zur Druckentlastung)
• Gabe von Antibiotika
• Homöopathische Mittel /ätherische Öle wie Teebaum- oder Thymianöl bzw. Heilerde

WICHTIG:
Unbehandelt kann eine Lymphangitis (Verbreitung der Bakterien in die Lymphgefäße) oder sogar eine Sepsis (Blutvergiftung ) entstehen.

Furunkel im Gesicht sind besonders gefährlich, da die Bakterien über die venöse Blutbahn des Gehirns die Bildung einer Thrombose in diesen Gefäßen (= Hirnvenenthrombose) verursachen oder zu einer Hirnhautentzündung führen können. Vor allem im Gesichtsbereich: Kosmetisch störende Narbenbildung nach Abheilung.

Strikte Hygiene!

  • Nach jeder Berührung eines Furunkels stets die Hände gründlich waschen
  • Nicht baden, sondern duschen – um eine Verbreitung auf andere Hautstellen zu vermeiden
  • Handtücher / Bettwäsche bei hohen Temperaturen waschen
  • Wer schnell / oft schwitzt: Luftige Kleidung tragen, da starkes Schwitzen die Bildung von Furunkeln begünstigt