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Gallenflüssigkeit besteht überwiegend aus Wasser, daneben enthält sie Gallensäuren, Cholesterin, Salze und Gallenfarbstoffe. Sie wird in der Leber gebildet, in der Gallenblase gesammelt und eingedickt. Beim Essen zieht sich die Gallenblase zusammen, wodurch der Gallensaft in den Dünndarm gelangt, wo er die Verdauungsarbeit aufnimmt.

Ursachen:
Ändert sich die Zusammensetzung des Gallensafts – durch z.B. einen zu geringen Anteil an Gallensäuren oder zu hohen Anteil an Cholesterin – können steinähnliche Gebilde entstehen. Begünstigt wird dies durch Entzündungen, Behinderungen im Abfluss sowie Störungen beim Zusammenziehen der Gallenblase.

Erhöhtes Risiko:
Übergewicht, Bewegungsmangel, falsche Ernährung (cholesterinreich, ballaststoffarm, häufige Fastenkuren/ Nulldiäten), Antibaby-Pille, familiäre Vorbelastung, Diabetes, Leberverhärtung/-schrumpfung, Überfunktion der Nebenschilddrüse, chronisch entzündliche Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn). Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Symptome (Beschwerden):
In nur 25% machen Gallensteine Beschwerden, die von der Größe und Lage des Steins abhängig sind – wobei Steine im Gallengang häufiger Beschwerden als die in der Gallenblase hervorrufen.
Erste Anzeichen: Druck- und Völlegefühl im Oberbauch, insbesondere nach fettem Essen, Kaffee- oder Alkoholkonsum, Übelkeit, Aufstoßen, Sodbrennen, Blähungen.
Typische Symptome für eine Gallenkolik: Krampfartige, heftige Schmerzen im rechten Oberbauch, die in den Rücken und rechte Schulter ausstrahlen können. Möglich sind auch Übelkeit / Erbrechen, Fieber / Schüttelfrost sowie Gelbfärbung der Haut und Lederhaut der Augen (Rückstau der Gallenflüssigkeit in die Leber, wobei Gallenflüssigkeit ins Blut gelangt).

Akute schmerzhafte Koliken treten etwa in 10% aller Fälle auf und können Stunden bis zu Tagen anhalten.
Behandlung: symptomatisch mit Schmerzmitteln und muskelentkrampfenden Medikamenten, dann erfolgt üblicherweise eine operative Entfernung der Gallenblase und somit der Gallensteine. Bei Verdacht auf Gallenblasenentzündung evtl. zusätzlich Antibiotika.

Diagnose (Untersuchung):
Blutuntersuchung, Ultraschall, Endoskopische Untersuchung mit Kontrastmittel

Therapie (Behandlung):
Bei Beschwerden/Schmerzen bzw. wiederholten Koliken: Operation

  • Entfernung der Gallenblase
  • Steine in den Gallengängen: können im Rahmen der Untersuchung (ERCP) meist endoskopisch entfernt werden
  • Zertrümmerung der Steine durch Stoßwellen von außen (nur bei kleinen, wenigen Steinen)
  • Litholyse: In manchen Fällen ist eine medikamentöse Auflösung der Steine möglich

Mögliche Komplikationen:
Unbehandelt können Gallensteine Gelbsucht, Gallenblasenentzündung – bis hin zu eitrigen Abszessen in der Gallenblase -, Leberschädigung, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Darmverschluss, in sehr selten Fällen sogar Gallenblasenkrebs auslösen.

Was man selbst tun kann: Übergewicht dringend reduzieren, bestehende chronische Erkrankungen optimal behandeln lassen. Risikofaktoren —wie oben genannt— vermeiden.