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Gebärmutterhalskrebs ist nach Brust-, Darm- und Gebärmutterkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen im Alter zwischen 40 und 55 Jahren sowie nach dem 60. Lebensjahr – Vorstufen können aber bereits bei jüngeren Frauen auftreten.

Ursachen:
Der Gebärmutterhals verbindet die Vagina mit der Gebärmutterhöhle und endet im Gebärmuttermund. Krebs entsteht hier in diesem Übergangsbereich, wenn sich Zellen der Schleimhaut bösartig verändern.
Von über 100 verschiedenen HPV-Typen sind über 30 bekannt, die den Gebärmutterhals, die Vagina und den äußeren Genitalbereich befallen können. Nur eine chronische Infektion lässt die Zellen entarten. Zur Entstehung von Krebs müssen die Viren über 15 Jahre in den Zellen überdauern.
Niedrig-Risiko-Typen: verursachen üblicherweise keinen Krebs, jedoch Genitalwarzen
Hoch-Risiko-Typen: rufen Zellenveränderungen hervor (Vorstufe), können sich später zu Krebs entwickeln

Die Übertragung der „humanen Papillomaviren“ erfolgt durch Geschlechtsverkehr, Intimkontakt, z.T. auch über Hautkontakt. Ein erhöhtes Risiko besteht bei jungen Frauen mit häufig wechselnden Sexualpartnern und ungeschütztem Geschlechtsverkehr, bei mangelnder Hygiene oder vorangegangenen Infektionen im Genitalbereich (z.B. Herpes).

Symptome:
In den meisten Fällen treten Beschwerden erst im fortgeschrittenen Stadium auf – erste Anzeichen können unregelmäßige Menstruation sowie Schmierblutungen nach dem Geschlechtsverkehr sein.
Fortgeschrittenes Stadium: süßlich riechender, z.T. blutiger Ausfluss, Bauchschmerzen, Schmerzen im Rückenbereich, blutiger Urin, Harnwegsinfekte (Spätstadium).

Untersuchung
Abstrich aus Gebärmutterhals und Vagina (PAP-Abstrich); Blutentnahme (Tumormarker); vaginaler Ultraschall; Darm- / Blasenspiegelung; Gewebsuntersuchung; CT (Bestimmung der Tumorausdehnung); Röntgen (zum Ausschluss von Metastasen).

Behandlung: Vorstadium: kleine Zellveränderungen können sich von selbst zurückbilden. Ausschneiden kleinerer bösartig veränderte Areale mittels Laser.
Im fortgeschrittenen Stadium: Entfernung der Gebärmutter – bei älteren Frauen zusätzlich Entfernung der Eierstöcke; Krebstherapie wie Strahlen- und Chemotherapie.

Vorbeugung/Impfung:
Regelmäßige gynäkologische Kontrollen!
Seit Ende 2006 ist ein Impfstoff erhältlich, der vor einer Infektion mit HPV und der Entstehung eines Zervixkarzinoms und dessen Vorstufen schützen soll. Mädchen sollten vorzugsweise vor Beginn der ersten Sexualkontakte – ab spätestens dem 12. bis spätestens 17. Lebensjahr – geimpft werden. Durch die offizielle Empfehlung der STIKO übernehmen gesetzlichen Krankenkassen die Kosten.
Information: Die HPV-Impfung schützt nicht vor allen HPV-Typen – eine vorhandene Infektion wird durch die Impfung nicht behandelt!
Die langsame Entwicklung des Tumors ermöglicht, dass frühe Stadien rechtzeitig erkannt werden – dann sind die Heilungschancen sehr gut!