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Die Geflügelpest breitet sich in Deutschland und Europa immer weiter aus. Nach einer Risikoeinschätzung des Bundesforschungsinstitutes für Tiergesundheit vom 18.11.2016 „weise das gleichzeitige Auftreten des HPAIV H5N Virus bei verendeten Wasservögeln in 8 europäischen Staaten und die schnelle Verbreitung darauf hin, dass die räumliche Ausbreitung der Infektion derzeit mit großer Dynamik erfolge“. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat eine Verordnung über besondere Schutzregeln in kleinen Geflügelhaltungen erlassen, die am 21.11.2016 in Kraft getreten ist.

Ein wie im April 2009 in Nordamerika aufgetretenes, neuartiges hochpathogenes (pathogen = krankmachend) Influenza Virus, das sich gut von Mensch zu Mensch überträgt, könnte zu einer Influenzapandemie führen. Das Influenza A H1N1-Virus hatte sich damals in Kürze auch auf anderen Kontinenten ausgebreitet, sodass die WHO am 11.06.2009 die Pandemie ausrief.

Bund und Länder haben zur Vorbereitung den Nationalen Pandemieplan entwickelt, zu dessen wirksamsten präventiven Maßnahmen u.a. Hygienevorschriften und Impfungen gehören.

Influenzaviren gibt es beim Menschen und auch bei Säugetieren (u. a. Schweine, Pferde). Vögel, insbesondere Wasservögel sind jedoch das eigentliche Reservoir von Influenzaviren. Man nennt diese bei Vögeln vorkommenden Influenza-A-Viren aviäre (lat. avis, Vogel) Influenzaviren (AIV). Bei intensivem Kontakt mit Geflügel können sich auch Menschen mit dem Vogelgrippevirus, z.B. der Variante H5N1, infizieren. Durch Genmutation entstehen ständig neue Varianten. Unterteilt werden diese Influenza-A-Viren nach den Hüllproteinen Hämagglutinin (H) und Neuraminidase (N), wovon bisher 16 H- und 9 N-Subtypen bekannt sind. Theoretisch können diese in allen Kombinationen vorkommen, z.B. H5N1, H7N9, H5N8. Nicht nur die Wirtsarten, sondern auch die pathogenen Eigenschaften der Viren können sich durch Mutation erheblich verändern. Die Reservoirwirte sind wilde Wasservögel, die selbst jedoch in der Regel keine Symptome zeigen.

Meldepflichtig sind Infektionen mit den hochpathogenen Virusstämmen (HPAIV) der Subtypen H5 und H7. Bedingt durch die hohe Wandlungsfähigkeit und der nicht vorhersehbaren Pathogenitätssteigerung, sind auch Infektionen mit den niedrigpathogenen (LAIPV) Subtypen H5 und H7 uneingeschränkt anzeigepflichtig.

Bei Wildvögeln sind Infektionen mit AIV weltweit verbreitet. Wasservögel und wildlebende Enten, die als natürliches Reservoir des Virus gelten, erkranken normalerweise aber nicht schwer, da sich das Virus an sie angepasst hat. Generell kann die Geflügelpest aber alle Vogelarten infizieren. Vor allem Hühner und Puten sind stärker gefährdet. Die Infektionswege gleichen grundsätzlich denen der anderen Influenzaviren. Verbreitet werden die Viren durch Tröpfcheninfektion über die Luft oder Kotpartikel an Kleidung und Gegenständen.

Das Krankheitsbild der Geflügelpest äußert sich im akuten Stadium durch Schwäche, Apathie, struppiges, stumpfes Federkleid, hohes Fieber, Atemnot mit geöffnetem Schnabel, Ödemen in Kopf- und Halsregion, Durchfall und neurologischen Störungen. Abhängig vom Alter der Tiere und der Aggressivität und Pathogenität des Erregers, kann die Sterblichkeit bei bis zu 100% liegen.

Sollte ein Verdachtsfall vorliegen, ist unverzüglich das Veterinäramt zu informieren.

Die Gefährlichkeit der Vogelgrippe für den Menschen hängt vom Erreger und der aufgenommenen Virusmenge ab, wobei Mediziner davon ausgehen, dass sich Menschen und Säugetiere erst bei einer sehr großen Menge infizieren. Um sicher zu gehen, rät das Bundesinstitut für Risikobewertung Geflügel richtig durchzugaren. Bei einer mindestens zweiminütigen Kerntemperatur von mehr als 70 Grad sterben die Erreger ab.