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In Deutschland wird die medizinische Versorgung im Rahmen gesetzlicher Bedingungen und Vorgaben eigenverantwortlich durch selbstorganisierte Verbände von Versicherten, Beitragszahlern und Leistungserbringern (Ärzte, Krankenhäuser und andere Gesundheitsdienstleister) gewährleistet.

In anderen Ländern wie z.B. Großbritannien, Schweden oder Italien übernimmt die Gesundheitsversorgung ein aus Steuermitteln finanziertes und von staatlichen Behörden geregeltes Netz aus Arztpraxen und Krankenhäusern.

 

Die Krankenkassen

Die Krankenkassen schließen Verträge mit den Leistungserbringern, ziehen die Beiträge von Mitgliedern und Arbeitgebern ein und regeln die Bezahlung der erbrachten Leistungen.

Das Werkzeug der Selbstverwaltung einer gesetzlichen Krankenkasse ist der Verwaltungsrat, gebildet aus ehrenamtlichen Vertretern, die in alle sechs Jahre stattfindenden Sozialwahlen von Versicherten und Arbeitgebern gewählt werden. Er beschließt in erster Linie das Satzungsrecht und kontrolliert den Vorstand, welcher wiederum als Hauptamt die Verwaltungsaufgaben der Krankenkasse übernimmt.

 

Die Kassenärztlichen und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen der Bundesländer

Die vertragsärztliche und vertragszahnärztliche Versorgung liegen in der Verantwortung der Vereinigungen der jeweiligen Bundesländer. Sie vertreten in diesen Bundesländern die dort für die Behandlung von Kassenpatienten zugelassenen Ärzte. Die Organe der Vereinigungen bestehen aus den von den Mitgliedern gewählten Vertreterversammlungen und den Vorständen.

 

Rechenschaftspflicht gegenüber den Mitgliedern

Krankenkassen, Kassenärztliche und Kassenzahnärztliche Vereinigungen müssen über die Verwendung der Mittel ihren Mitgliedern gegenüber Rechenschaft ablegen. Dazu gehört der vom Beitragssatz gesondert ausgewiesene Verwaltungskostenanteil, als auch die Offenlegung der Vorstandsvergütungen.

 

Gemeinsame Bundesverbände

Krankenkassen, Kassenärztliche und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen formen jeweils gemeinsame, bundesweit agierende Verbände. Im GKV (Gesetzliche Krankenversicherung) Spitzenverband sind alle Krankenkassen vertreten. Zusammen bilden die Kassenärztlichen und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen der Bundesländer die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV).

 

Die gemeinsame Selbstverwaltung

Der in Berlin ansässige Gemeinsame Bundesauschuss (G-BA) besteht aus dem GKV-Spitzenverband, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Er ist das wichtigste Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im Gesundheitswesen. Dort werden von Krankenkassen und Leistungserbringern die Inhalte der gesundheitlichen Versorgung als auch der medizinischen Leistungen erörtert, welche von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden.

Hierzu erlässt der G-BA für alle Versicherten, die gesetzlichen Krankenkassen und die an der Versorgung beteiligten Ärzte sowie andere Leistungserbringer verbindliche Richtlinien.

Damit auch maßgebliche Interessen von Patienten, chronisch Kranken und Behinderten gestützt werden, haben deren Organisationen auf Bundesebene ein Mitberatungs- und Antragsrecht im G-BA. Die Richtlinien des G-BA sind vollständig auf dessen Internetseite veröffentlicht.