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Eine Zöliakie wird durch Unverträglichkeit von Gluten – ein Bestandteil verschiedener Getreide- und Weizenarten (Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Urweizen (Kamut), Grünkern, Ein– und Zweikorn) – in Lebensmitteln verursacht.

In der Folge kommt es zu Schädigungen der Dünndarmschleimhaut, im Speziellen der Dünndarmzotten, die sich aufgrund der Glutenzufuhr zurückbilden. Nährstoffe (Vitamine, Mineralien – insbesondere Eisen und Kalzium – sowie Fette und Kohlenhydrate) können dann nur noch eingeschränkt oder auch gar nicht mehr aufgenommen werden (Malabsorption).

Studien zur Folge wird die Anzahl der Zöliakie-Betroffenen in Europa auf 1:270 bis 500 Betroffene geschätzt, Tendenz steigend.

Ursachen: Vererbung, Infektionen, Immunschwäche, Umweltfaktoren, Ernährungsgewohnheiten – die genauen Ursachen sind noch nicht gänzlich erforscht.

Risikofaktoren / in Zusammenhang stehende Erkrankungen: Verwandtschaft 1. und 2. Grades – Diabetes mellitus Typ II – Laktoseintoleranz – Osteoporose – Schilddrüsenerkrankungen – rheumatoide Arthritis – Down-Syndrom

Die Beschwerden sind je nach Lebensalter unterschiedlich: Kleinkind: keine Gewichtszunahme/Wachstumsverzögerung , Entwicklungsverzögerung, Durchfälle, Blähungen, Empfindlich-/Weinerlichkeit, missmutiges Verhalten Kinder /Jugendliche, Erwachsene: Gewichtsverlust und dadurch chronisches Untergewicht, chronische, unklare Durchfälle/massige Fettstühle, Blähungen, Verstopfungen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Wasseransammlung im Bindegewebe, Müdigkeit und Erschöpfungszustände, Eisenmangel, Blutarmut, Knochenschmerzen (durch die Osteoporose), depressive Verstimmungen; möglich Hauterkrankungen.

Diagnose (Untersuchung): Familiengeschichte; Darmspiegelung (Gewebeprobe aus der Dünndarmschleimhaut), Laboruntersuchungen zum Nachweis spezieller Antikörper.

Therapie (Behandlung): Die einzige Behandlung besteht in einem strikten, lebenslangen Verzicht von glutenhaltigen Lebensmitteln. Dieser Verzicht kann die Schleimhautfunktion wieder herstellen und erhalten.

Information: Lebensmittel, die Gluten enthalten können: Brot, Zwieback, Nudeln, Desserts, Müsli, Saucen, Fertiggerichte (z.B. Pizza), Fertigteige oder Paniertes.

Nahrungsmittel, die kein Gluten enthalten: Reis, Hirse, Mais, Kartoffeln, Sojabohnen, Fleisch, Milch, Obst, Gemüse, Eier und Gebäck aus Maismehl.

Auch wenn aktuell keine Beschwerden vorhanden sind ist es wichtig, konsequent auf Gluten zu verzichten. Selbst nach einigen Jahren Beschwerdefreiheit können glutenhaltige Produkte zu Spätfolgen wie Darmkrebs und Knochenschwund führen.