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Gonorrhoe ist die weltweit häufigste Geschlechtskrankheit – laut Schätzungen infizieren sich jährlich bis zu 60 Millionen Menschen. Da diese Erkrankung seit dem Jahr 2001 nicht mehr meldepflichtig ist, fehlen genaue Zahlen. Die Bezeichnung Tripper entstammt dem Wort „drippen“ = tropfen. Die Infektionskrankheit ist seit Jahrhunderten bekannt.

Ursachen
Erreger dieser Krankheit sind Gonokokken – das Bakterium Neisseria gonorhoeae. Die Übertragung erfolgt durch ungeschützten sexuellen Kontakt.

Symptome (Beschwerden)
Die Inkubationszeit (von der Ansteckung bis zum Ausbruch) beträgt zwischen zwei und fünf Tagen. Da eine Infektion anfänglich so gut wie keine Beschwerden zeigt, kann sie unbemerkt weitergegeben werden. Man unterscheidet zwischen genitaler und extragenitaler Gonorrhoe:
Genitale Gonorrhoe:
Schleimhautentzündung mit krankheitstypischem eitrigen, gelblich-milchigen Ausfluss; Schmerzen am Damm und in der Blasengegend sowie beim Wasserlassen (vorwiegend bei Männern). Späteres Stadium: Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Entzündung der Prostata: verstärkter Harndrang, schmerzhafter Stuhlgang, Fieber.
Eine genitale Gonorrhoe kann sich ausbreiten und zu weiteren Beschwerden führen: Entzündung von Samenblase/ Samenstrang, Nebenhodenentzündung. Eileiterentzündung. Die Folge ist Sterilität, Männer und Frauen können gleichermaßen unfruchtbar werden.
Extragenitale Gonorrhoe:
Oralverkehr: Entzündung der Mundschleimhaut
Analverkehr: Entzündung des Anus
Bei der Geburt kann die Infektion auf das Kind übertragen werden: Bindehautentzündung (Lichtscheue, Lidschwellung) mit der Gefahr der Ausbreitung der Infektion auf die Hornhaut

Diagnose (Untersuchung):
Vorgeschichte/Anamnese – Erfragen von ungeschütztem Geschlechtsverkehr; Laboruntersuchung: entsprechender Abstrich zum Nachweis der Bakterien (Gonokokken).

Therapie (Behandlung):
Antibiotika – Je schneller eine Behandlung begonnen wird, desto erfolgreicher ist die Heilung. Der Sexualpartner sollte unbedingt mitbehandelt werden, damit eine erneute gegenseitige Ansteckung verhindert wird. Vorbeugebehandlung des Neugeborenen.

Komplikationen:
Eine unbehandelte Infektion kann zu dauerhafter Unfruchtbarkeit führen, beim Neugeborenen zur Erblindung. Verschleppung der Infektion über das Blut: Hautausschläge an Händen und Füßen, Gelenkund Sehnenschmerzen, Fieber, Augenentzündung, Hirnhautentzündung, Herzmuskelentzündung.

Vorsichtsmaßnahmen: Geschützter Geschlechtsverkehr mit Kondom. Eine überstandene Erkrankung bietet keine Immunität!