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Können gesetzlich Krankenversicherte ihren Haushalt nicht mehr eigenständig ausführen und können andere im Haushalt lebenden Personen diesen auch nicht weiterführen, haben sie nach §§ 24h und 38 SGB V und § 10 KVLG 1989 (Zweites Gesetz über die Krankenversicherung der Landwirte) Anspruch auf eine Haushaltshilfe.

Dies kann der Fall sein während
⇒  einer Krankenhausbehandlung (§ 39 SGB V),
⇒  einer medizinischen Vorsorgeleistung (§ 23 Abs. 2 und 4 SGB V)
⇒  einer medizinischen Vorsorgeleistung für Mütter oder Väter (§ 24 SGB V)
⇒  häuslicher Krankenpflege (§ 37 SGB V),
⇒  einer medizinischen Rehabilitationsmaßnahme (§ 40 SGB V)
⇒  einer medizinischen Rehabilitationsleistung für Mütter oder Väter (§ 41 SGB V)

Der Anspruch lt. § 38 Abs. 1 SGB V kann geltend gemacht werden, wenn:
bei deren Beginn im Haushalt ein Kind lebt, das
·  das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hat
·  behindert und auf Hilfe angewiesen ist
Darüber hinaus lt. § 38 Abs. 2 SGB V:
·  wenn Versicherten wegen Krankheit die Weiterführung des Haushalts nicht möglich ist

Ein Antrag auf Haushaltshilfe muss bei der jeweiligen Krankenkasse angefordert werden:
Zu dieser benötigten Haushaltshilfe zählen alle entsprechenden Dienstleistungen für die Weiterführung des Haushaltes. Der Anspruch beinhaltet darüber hinaus auch die Betreuung und Beaufsichtigung der Kinder. Sie kann durch entsprechend qualifizierte Kräfte erbracht werden.

Zur Gewährung von Haushaltshilfen kann die Krankenkasse nach § 132 SGB V geeignete Personen anstellen. Werden dafür Personen, Einrichtungen oder Unternehmen in Anspruch genommen, muss die Krankenkasse über Inhalt, Umfang, Vergütung sowie Prüfung der Qualität und Wirtschaftlichkeit der Dienstleistungen Verträge abschließen.
Ohne solche Verträge bzw. bei Gründen, die dagegen sprechen, haben Versicherte Anspruch auf die Kosten für eine selbstbeschaffte Haushaltshilfe in angemessener Höhe.

Für Verwandte und Verschwägerte bis zum 2. Grad werden grundsätzlich keine Kosten erstattet. Die Krankenkasse kann jedoch die erforderlichen Fahrkosten und den Verdienstausfall erstatten, wenn diese in einem angemessenen Verhältnis stehen. Es gilt grundsätzlich der individuelle Bedarf. Die tägliche Einsatzbereitschaft unter Berücksichtigung des jeweils individuellen Bedarfs sollte auf ein zwingend notwendiges Maß begrenzt werden.

Zuzahlungspflichtig:
Versicherte, die das 18. Lebensjahr vollendet haben: pro Tag 10% der Kosten — mindestens 5 Euro, maximal 10 Euro.
Zuzahlungsfrei:
Bei Schwangerschaft und Entbindung