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Palliativ (lateinisch) bedeutet schmerzlindernd. „Pallium“ bedeutet „weiter Mantel“. Palliativmedizin bedeutet also, den Schwerstkranken wie in einem Mantel „schützend zu umhüllen“. Wenn eine schwere Krankheit voranschreitet, bringt dies körperliche wie auch seelische Leiden mit sich. Mit der Palliativmedizin soll es Patienten ermöglicht werden, bis zu ihrem Lebensende ein weitgehend selbst bestimmtes Leben mit einer möglichst hohen Lebensqualität zu führen, auch wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist.

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, bleibt eine einschneidende Erinnerung zurück. Deshalb ist es besonders wichtig, was in den letzten Stunden geschieht und wie sie verbracht werden können.

Am 17. Juni hat sich der Deutsche Bundestag in erster Lesung mit dem Entwurf eines „Gesetzes zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung“ beschäftigt.

Der Ausbau von Hospiz- und Palliativversorgung im eigenen Zuhause, in Pflegeheimen, Krankenhäusern wie auch Hospizen, soll zukünftig deutlich besser gefördert werden. Schwerstkranke sollen an dem Ort gut versorgt werden, wo sie ihre letzte Lebensphase verbringen. Ziel ist ein flächendeckendes Angebot an Hospiz- und Palliativleistungen – gerade in strukturschwachen und ländlichen Regionen fehlt es noch immer an ausreichenden Angeboten.

Der Gesetzentwurf sieht deshalb eine bessere Förderung vor — hier die wichtigsten Neuerungen:

Palliativversorgung als Bestandteil der Regelversorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung: Sterbebegleitung wird ausdrücklicher Bestandteil des Versorgungsauftrages der sozialen Pflegeversicherung. Kooperationsverträge der Pflegeheime mit Haus- und Fachärzten zur medizinischen Versorgung der Bewohner sind nicht mehr nur freiwillig, sondern sollen von den Vertragspartnern abgeschlossen werden.

Gezielte Maßnahmen und finanzielle Anreize im ambulanten Bereich: Ausbau der Versorgung in Pflegeheimen und Krankenhäusern: Pflegeeinrichtungen sollen stärker mit Hospizdiensten und Ärzten zusammenarbeiten, wofür Ärzte eine zusätzliche Vergütung erhalten sollen.

Versicherte sowie deren Angehörige sollen durch die Krankenkasse einen Anspruch auf individuelle Beratung und Hilfestellung bei der Auswahl und Inanspruchnahme von Leistungen der Palliativ- und Hospizversorgung erhalten.

Stärkung in der häuslichen Krankenpflege: Der Gemeinsame Bundesausschuss erhält den Auftrag, in seiner Richtlinie über die Verordnung häuslicher Krankenpflege die einzelnen Leistungen der Palliativpflege zu konkretisieren.

Ländlichen Regionen: Zur Beschleunigung des weiteren Ausbaus der sog. „spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV)“ wird ein Schiedsverfahren für derartige Versorgungsverträge der Krankenkassen mit den versorgenden SAPV-Teams eingeführt.

Verbesserung der finanziellen Ausstattung stationärer Kinder- und Erwachsenen- Hospize: Unterdurchschnittlich finanzierte Hospize erhalten einen höheren Tagessatz je betreutem Versicherten, Krankenkassen tragen künftig 95% der zuschussfähigen Kosten.

Bei den Zuschüssen für ambulante Hospizdienste werden künftig neben den Personalkosten auch die Sachkosten berücksichtigt.

Besonderes Beratungsangebot in Pflegeheimen: Organisation der individuellen Versorgungsplanung (Betreuung medizinisch, pflegerisch, psychosozial, Seelsorge) – Finanzierung erfolgt durch die Krankenkassen.