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Eine über die normale Wärmeregulation hinausgehende Sekretion aus den Schweißdrüsen nennt man Hyperhidrose.

Apokrine Schweißdrüsen (Duftdrüsen) finden sich nur in definierten Hautstellen – wie in der Achselhöhle, dem Genital-und Afterbereich und den Brustwarzen; sie sind maßgeblich für unseren Körpergeruch verantwortlich.

Unser Körper besitzt ca. 2 bis 4 Millionen ekkrine Schweißdrüsen – besonders zahlreich an Hand- und Fußsohlen sowie an der Stirn -, die unregelmäßig fast überall an der Hautoberfläche vorkommen. Unser Wärmehaushalt (Verdunstungskälte) – also die Regulierung unserer Schweißdrüsen – erfolgt über das vegetative Nervensystem mittels Botenstoff „Acetylcholin“. Der Schweiß setzt sich aus Wasser (99%), Natriumchlorid (Kochsalz), Harnstoff, Proteinen, flüchtige Fettsäuren, Ammoniak und Androgenen zusammen.

Man unterscheidet generell zwischen primärer und sekundärer Hyperhidrose:
Primäre Hyperhidrose: vermehrte Schweißsekretion an Handflächen, Fußsohlen oder Achselhöhlen – z.T. erblich bedingt, Beginn üblicherweise in der Pubertät, Auslöser können zudem emotionale Reize und Hitze sein.

Sekundäre Hyperhidrose: generalisiert mit Schweißfluss am ganzen Körper, als Folge endokriner Erkrankungen wie z.B. Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes mellitus oder bei Hormonstörungen (z. B. Klimakterium); bei Einnahme diverser Medikamente wie Antidepressiva oder Beta-Blocker.

Spezialform: Hyperhidrose nach dem Verzehr von scharfen Gewürzen, Kaffee, Schokolade oder Erdnussbutter.

Behandlungsmöglichkeiten:
Aluminiumsalz / Aluminiumchlorid: führt zu einem mechanischen Zusammenziehen des Ausführungsgangs der Schweißdrüse, auch zu einem vorübergehenden Gewebeschwund von ekkrinen Schweißdrüsen (Wirkung ca. 3-4 Wochen)
Iontophorese: Gleichstrom (15-20mA) wird in Wasserbädern durch beide Hände, Füße oder Achseln geleitet
Botulinumtoxin A: Das hochwirksame Nervengift wird injiziert, blockiert die cholinergen Nervenenden mit dem Signalstoff Acetylcholin und bewirkt eine Reduzierung der Sekretion
Operation: Die aktivsten Areale der Schweißsekretion oder der regulierende Nervenstrang, der die Schweißproduktion beeinflusst, werden chirurgisch entfernt
Medikamentös: Bei Patienten mit Hyperhidrose und gleichzeitig unkontrollierten Angstzuständen werden Beruhigungsmittel, Belladonna-Präparate und Anticholinergika (diese können jedoch erhebliche Nebenwirkungen verursachen) empfohlen.