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Definition: Bei regelmäßigen oder anhaltenden Erektionsproblemen, also bei dem Unvermögen, für den Geschlechtsverkehr eine ausreichende Erektion zu erlangen oder aufrechterhalten zu können, spricht man von Impotenz – medizinisch korrekt bezeichnet als erektile Dysfunktion (ED).

Geschätzt leiden 20% der Männer im Alter zwischen 30 und 80 Jahren an diesen Störungen, mittlerweile auch immer mehr jüngere Männer – mit zunehmender Tendenz.

Die häufigste Ursache ist eine Kombination aus organischen Erkrankungen und psychischen/psychosozialen Belastungen. Erektionsprobleme sind nicht zwangsläufig Folgen des Älterwerdens.

Organische Ursachen – wie z.B. Diabetes, erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck, Übergewicht – als auch Rauchen führen zu einer Veränderung der Gefäßwände, dadurch entsteht eine Vorstufe der Arteriosklerose bzw. eine arteriosklerotische Gefäßverengung der Penisarterien. In der Folge füllt sich der Schwellkörper des Penis nicht mehr ausreichend mit Blut.

 

Risiko Diabetes

Erektile Dysfunktion ist bei Diabetikern sehr häufig: Eine Erektionsstörung entwickelt sich in fast 50% der Fälle innerhalb von zehn Jahren nach Beginn der Diabeteserkrankung, in 12% ist es das erste Anzeichen.

 

Risiko nervenbedingte Ursachen

  • Nervenschädigungen durch Diabetes
  • Nervenschädigungen im Beckenbereich
  • Verletzungen des Rückenmarks
  • Multiple Sklerose

 

Risiko Verletzungen und Operationen

  • Verletzungen des Penis
  • Beckenringbruch
  • stumpfe Traumata im Dammbereich
  • chronische Infektionskrankheiten
  • operative Eingriffe im Beckenbereich – z.B. bei Prostatatumor: hier können Nervenbahnen oder die Blutversorgung des Penis geschädigt werden
  • Strahlenbehandlungen im Bereich des kleinen Beckens

 

Risiko Medikamente

Medikamente, die zur Behandlung anderer Erkrankungen – wie z.B. Depressionen, Bluthochdruck oder Herzerkrankungen – eingenommen werden müssen, verursachen in ca. 25% aller Fälle Erektionsstörungen. In diesen Fällen kann die Schwere der erektilen Dysfunktion möglicherweise durch den Wechsel auf ein anderes Präparat verringert werden.

 

Weiteres Risiko

Hormonstörungen

 

Therapiemöglichkeiten:

  • Medikamentös
  • Oral verabreichte Medikamente, sogenannte „PDE-5-Hemmer“:
    Liegt eine erektile Dysfunktion vor, ist im Penis die Konzentration des zuständigen Botenstoffes nicht ausreichend vorhanden. „PDE-5“ ist ein Enzym in den Gefäßwänden des Penis, welches diesen Botenstoff abbaut. Durch die Einnahme des Präparates wird der Abbau verringert, wodurch die Konzentration ansteigt: Die Erektion entsteht.
  • Lokal angewendete Präparate
    Direktes Einspritzen des Präparates in den Penis oder Einführen des Präparates in die Harnröhre. Dort werden sie resorbiert, verteilen sich im Gewebe des Schwellkörpers und bewirken dort eine Erschlaffung der glatten Muskulatur. Diese ermöglichen durch einen vermehrten Bluteintritt nach ca. fünf bis zehn Minuten eine Erektion (nur für Betroffene, bei denen eine Medikamenteneinnahme nicht geeignet ist oder keine ausreichende Wirkung erzielt)

 

Chirurgische Eingriffe

  • Verbesserung der arteriellen Durchblutung im Penis
  • Implantate – Risiko: Strukturen des Penis können irreversibel zerstört werden

 

Mechanische Unterstützung

  • Vakuumgeräte/Vakuumpumpe

 

Psychologische Hilfe

  • Sexual-/Beratung, Psychotherapie

 

Sowohl der „Vaterlosigkeit“ wie auch ein despotischer Vater wird von Sexualtherapeuten eine tragende Rolle bei Erektionsstörungen zugeschrieben. Die Entwicklung einer eigenständigen Persönlichkeit und eine stabile Identität als Mann würden dadurch verhindert.

 

Impotenz ist ein äußerst komplexes Problem. Bei längerer Dauer verringert sich die Lebensqualität der Betroffenen oftmals erheblich, Selbstbewusstsein und Persönlichkeit leiden. Trotz dieses Leidensdrucks ist Impotenz noch immer ein Tabuthema. Es gibt gute Behandlungsmöglichkeiten, dennoch warten viele Männer zu lange, bis sie einen Arzt aufsuchen.