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Der „plötzliche Herztod“ ist überwiegend die Folge eines anhaltenden Kammerflimmerns oder einer zum Herzstillstand führenden Kammertachykardie. Als Ursache eher selten sind ein unvermittelt auftretender, sehr langsamer Herzschlag (Bradykardie) oder ein plötzlicher Herzstillstand.

Nach wenigen Sekunden kommt es zum Atem- und Herzkreislauf-Stillstand und folglich zu einem Sauerstoffmangel im Gehirn sowie den Organen. Durch den Sauerstoffmangel im Gehirn verliert der Betroffene – bei zuvor häufig völligem Wohlbefinden – plötzlich das Bewusstsein, bereits kurz nach einem Atemstillstand sterben die ersten Gehirnzellen. Hält das Kammerflimmern an, führt es innerhalb weniger Minuten zum Tod.

 

Bislang galt, dass ein plötzlicher Herztod in der Regel ohne vorherige Warnsignale eintritt.

Forscher von Cedars-Sinai Heart Institute in Los Angeles konnten jedoch kürzlich nachweisen, dass in mehr als der Hälfte der Fälle Vorzeichen vorhanden waren, die meist aber nicht richtig gedeutet wurden. Nachdem Krankenakten studiert und Angehörige befragt wurden, stellte sich heraus, dass bei 53% der Betroffenen Brustschmerzen, Kurzatmigkeit, Schwindel, Ohnmachtsanfälle und Herzrasen vorangegangen waren, mit einer Vorlaufzeit von bis zu 4 Wochen.

 

Wie entsteht Kammerflimmern?

Im Erregungsleitungssystem des bereits vorgeschädigten Herzmuskelgewebes entstehen unerwünschte elektrische Impulse – im Bereich der Herzkammern sind diese lebensbedrohlich. Die einzelnen Herzmuskelbündel werden mit gefährlich hoher Frequenz völlig unkoordiniert erregt.

 

Man unterscheidet:

  • Kammerflattern: Herzfrequenz mit über 250 Schlägen pro Minute – es besteht die Gefahr, dass Kammerflimmern entsteht
  • Kammerflimmern: Herzfrequenz mit über 350 Schlägen pro Minute – das Herz kann das Blut nicht mehr in den Kreislauf pumpen

 

Die Risikofaktoren für Kammerflimmern und plötzlichen Herztod sind zahlreich: In den meisten Fällen von plötzlichem Herztod liegt ursächlich eine Verengung der Herzkrankgefäße vor, bei ca. 70% ist ein Herzinfarkt vorausgegangen.

  • Herzinsuffizienz
  • Herzrhythmusstörungen
  • Entzündungen des Herzmuskels
  • Kardiomyopathien (Herzmuskelerkrankungen)
  • Bestimmte Herzmedikamente wie auch Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Erkrankungen der Herzklappen und Herzgefäße
  • Ausbuchtung der Herzwand (Aneurysma)
  • Lungenembolie
  • Schlafapnoe
  • Narkosemittel
  • Elektrolytstörungen
  • Elektrounfall

 

Notfallmaßnahmen: Sofort den Notarzt holen! Nur ein Elektroschock (Defibrillator) kann das Kammerflimmern beheben.

Nicht jede Wiederbelebung ist erfolgreich, in vielen Fällen stirbt der Betroffene. Überlebt er, gilt es, die zugrundeliegenden Erkrankungen zu behandeln.