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Man unterscheidet drei Arten von Läusen, denen wir Menschen als Wirt dienen: die Kopflaus, die Kleiderlaus und die Filzlaus. Mikrobiologische Forschungen haben ergeben, dass bereits vor über 5 Millionen Jahren unsere Vorfahren unter Kopfläusen litten.
Es handelt sich um keine schwerwiegende Erkrankung, aber sie ist manchmal sehr lästig und grenzt den Betroffenen sozial aus. Gleich hinter Erkältungskrankheiten stehen Kopfläuse in ihrer „Ansteckungsfähigkeit“ auf Platz 2.

Die einzige Futterquelle von Kopfläusen ist das Blut des Menschen. Haustiere spielen bei der Übertragung keine Rolle, nur äußerst selten sind es Kleidungsstücke wie Mützen oder Schals. Wissenschaftler haben inzwischen auch herausgefunden, dass ausschließlich erwachsene Läuse den Wirt wechseln, hüpfen oder fliegen können sie nicht!

Die Endglieder der sechs Beinpaare sind zu Klammergreifern umgebildet, mit denen sich Kopfläuse perfekt am Haar festhalten können. Ähnlich einer Injektionsnadel besitzen sie stechend-saugende Mundwerkzeuge, die sie in die Kopfhaut einstechen und saugen, wobei sie eine betäubende Substanz abgeben. Aus diesem Grund spüren wir üblicherweise den Stich nicht gleich.
Die meisten Befälle erkennt man erst nach ca. 4 Monaten, wenn der Juckreiz – eine allergische Reaktion auf die Substanzen, die die Laus beim Saugen in die Haut abgibt – auftritt. Bei einem Befall kann man Läuse in drei Stadien finden: Eier, Larven (in verschiedenen Entwicklungsstadien, auch Nymphen genannt) und erwachsene Läuse.

Läuseeier sind mit einem Chitingehäuse umschlossen und haften mit einer wasserunlöslichen Substanz (Kitt) immer in Kopfhautnähe – der Futterquelle – am Haar fest, da ihre Klammerbeine noch nicht voll ausgebildet sind. Durch normales Kämmen kann man sie nicht entfernen. Larven halten sich ebenfalls stets in der Nähe der Kopfhaut auf.

Übertragung der Läuse: direkter Haar-an-Haar-Kontakt. Läuse sind an eine hohe Umgebungstemperatur (ca. 30°C) angepasst, daher sind sie häufiger im Sommer anzutreffen; im Spätsommer kann es dann zu einer starken Ausbreitung kommen. Mädchen sind häufiger betroffen, da sie in der Regel längere und voluminösere Haare haben und die Läuse vermutlich deshalb einen längeren Zeitraum unentdeckt bleiben.
Die Übertragungswege sind vielfältig: vor allem Enge – wie z.B. im Kindergarten, Schulbus, auf der Schulbank oder beim Schulsport (Umkleidekabinen) – führt dazu, dass es zum Haar-an-Haar-Kontakt kommt.

Behandlung: Sofortiger Behandlungsbeginn mit Kopflausmitteln und richtigem Kämmen mit einem Nissenkamm! Die Behandlung ist nach 8 bis 10 Tagen zu wiederholen. Sie sollten auf jedem Fall zum Arzt gehen, wenn der erste Behandlungsversuch nicht angeschlagen hat, die Haut bereits stark entzündet / aufgekratzt ist, ein Säugling / Kleinkind sowie Schwangere / Stillende betroffen sind oder schon eine andere Hauterkrankung vorliegt.

Jeder kann Läuse bekommen, egal wie gründlich er sich wäscht – dies ist keine Frage der Hygiene. Läuse wachsen nicht im Schmutz, sie benötigen Blut, halten sich fast ausschließlich auf dem Kopf ihres Wirtes auf und überleben außerhalb des Kopfes nur ca. 48 Stunden. Die ausgehungerten Läuse werden senil und sterben ab. In der Waschmaschine verenden sie bei über 50°C. Akribischer Großputz ist daher unnötig.

Vorbeugung: Eine Prophylaxe gegen Kopflausbefall gibt es nicht. Wichtig ist es, die Ansteckungsquelle zu finden!

§34 des Infektionsschutzgesetzes / Vorgaben des Robert-Koch-Instituts:
Eltern sind verpflichtet, den Befall mit Kopfläusen bei der entsprechenden Gemeinschaftseinrichtung (Kinderkrippe/ Kindergarten, Vor-/Schule, etc.) zu melden, auch wenn sie mit der Behandlung bereits begonnen haben. Die Leitung der Gemeinschaftseinrichtung kann über die Wiederzulassung des Kindes entscheiden. Bei Fragen können Sie sich an Ihren Arzt oder die zuständige Gesundheitsbehörde wenden!