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Fußfehlstellungen treten häufig auf – jährlich werden in Deutschland über 100.000 Krallen-/Hammerzeh- Korrekturoperationen durchgeführt. Bei Hammer- und Krallenzehen ist vorwiegend die zweite bis vierte Zehe betroffen.

Beschreibung:
Bei der Krallenzehe ist das Mittelgelenk „krallenartig“ nach unten gebeugt und im Grundgelenk übermäßig nach oben gestreckt, die Zehe hat häufig keinen Bodenkontakt mehr. Bei der Hammerzehe steht aufgrund eines Ungleichgewichts der Muskeln und/oder Sehnen das Mittelglied stark nach oben, das Zehenendglied „hammerartig“ nach unten.
Beide Formen treten meist in Kombination mit anderen Fußdeformitäten wie Hallux valgus oder Spreizfuß auf. Hammerzehen kommen häufiger vor als Krallenzehen.

Bei Hammer- und Krallenzehen handelt es sich nicht nur um ein optisch-kosmetisches Problem, es bestehen Schmerzen im Bereich der betroffenen Zehe, zudem können sich Druckstellen/Hühneraugen bilden, die sich oftmals entzünden; im weiteren Stadium können daraus offene Wunden entstehen, die sich infizieren. Bei längerem Bestehen kann sich die betroffene Zehe versteifen oder luxieren, wodurch die Funktion nicht mehr gewährleistet ist.

Ursachen/Entstehung:

  • Am häufigsten: Tragen von zu engen Schuhen, meist mit Absätzen
  • Der Zeh ist zu lang und wird in ungeeigneten Schuhen (zu eng, abgenutzt) abgebogen
  • vererbte Veranlagung
  • Neurologische Störungen, z.B. bei Hohlfuß oder spastischen Lähmungen
  • Muskel – und Nervenverletzung des Unterschenkels / Fußes
  • Entzündliche Erkrankung (z.B. rheumatoide Arthritis)
  • Verhärtung von Narbengewebe
  • Morbus Sudeck (Gewebeschädigung, z.B. nach einem Unfall, Zehenbruch)

Untersuchung:
Hammer- oder Krallenzehen werden ohne weitere Untersuchungen erkannt. Bei der Blickdiagnose berücksichtigt der Arzt die Zahl der verformten Zehen sowie den Schweregrad der Fehlstellungen, Lebensalter und körperliche Aktivität und die Art der Schuhe. Zusätzlich sollte der Fuß auf Druckstellen und Hühneraugen untersucht werden. Ein Röntgenbild kann die Stellung der Gelenkflächen zueinander und mögliche Gelenkverrenkungen zeigen.

Behandlung:

Konservativ:
Spreizfußeinlagen, Nachtschienen, Zügelverbände; Entlasten der Druckstellen (Polsterung, bequemes Schuhwerk); regelmäßige Pediküre; Zehengymnastik

Operativ: Mit einer Operation kann die Fehlstellung behoben und einer erneuten Bildung einer Hammerzehe vorgebeugt werden.

Hammerzehen sind üblicherweise zunächst geringe Fehlstellungen, die sich jedoch im Laufe der Zeit verstärken. Anfänglich sind die Zehen noch beweglich, Beschwerden können oftmals mit konservativen Mitteln behandelt werden. Ohne Behandlung können sich diese Fehlstellungen jedoch nach und nach versteifen, Hühneraugen verschlimmern sich und verheilen auch nach einer Operation nicht mehr vollständig. Daher sollten Betroffene möglichst frühzeitig ein Arzt aufsuchen.