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(Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel BPLS)

Der gutartige, anfallsweise auftretende Lagerungsschwindel ist eine häufige, aber harmlose Erkrankung, betroffen ist ca. einer von 50 Menschen, Frauen häufiger als Männer.

Symptome:
Lagerungsschwindel ist ein episodischer/anfallsweiser Kopf -und körperstellungabhängiger Drehschwindel, der bei schneller Positionsveränderung des Kopfs – typisch z.B. beim schnellen Bücken oder Umdrehen im Bett – leicht verzögert auftritt. Begleitsymptome sind Nystagmus („Augenzittern“) und Übelkeit bei klarem Bewusstsein.
Eine Schwindelattacke beginnt einige Sekunden nach der Kopfbewegung und hält üblicherweise ca. 10 bis 40 Sekunden an. Mit Beginn der Lageänderung steigt die Intensität des Schwindels rasch an, klingt aber nach Erreichen der Ruheposition langsam wieder bis zur Schwindelfreiheit ab.

Ursachen:
Unser Gleichgewichtsorgan funktioniert höchst komplex, es befindet sich im Innenohr und ermöglicht uns eine stabile, aufrechte Körperhaltung ohne ständig zu schwanken oder umzufallen.

Ursache von Lagerungsschwindel können Ablösungen/Rutschen von Ablagerungen in den Bogengängen – mit Flüssigkeit gefüllte Gangsysteme als Teil des Gleichgewichtsorgans – sein. Diese sogenannten Otolithen (= feinste Kristalle aus Kalziumkarbonat, die die
Dichte der gallertartigen Membran erhöhen) gelangen in die Bogengänge, wodurch es zum Schwindel kommt: Bei entsprechenden Kopfbewegungen (rechts-/linksseitig) rutschen diese abgelösten Teilchen im Bogengang hin und her, wodurch kleinste Fühler (Rezeptoren) im Bogengang gereizt werden. Die gemeldeten Informationen über eine Bewegung aus dem Gleichgewichtsorgan passen nun nicht mehr mit dem eigenen Lagerungsempfinden (Gleichgewichtssinn) und dem visuellen Eindruck (sehen) zusammen – was dann den Schwindel auslöst.

Andere mögliche Ursachen:
Unfälle, Entzündungen oder Operationen im Innenohr

Diagnose:

  • Anamnese: Erfragen der täglichen Aktivitäten sowie bereits bekannte Sturzneigung, Beeinträchtigung im täglichen Leben
  • Dix-Hallpike Test = Schwindel-Provokationsmanöver zum Erkennen des Lagerungsschwindels
  • Ausschluss anderer Erkrankungen wie Gefäßverschluss, Herzschwäche oder starke Bewegungseinschränkungen in der Halswirbelsäule (Verschleißerscheinungen, Rheuma)

Behandlung:
Es gibt einfache und wirksame Übungen/“Lagerungsmanöver“ zur Behandlung und Training des Lagerungsschwindels, die in den meisten Fällen eine schnelle Linderung bringen.
Schwindelattacken sind in hohem Maße angstauslösend und führen gerade bei älteren Menschen zu eingeschränkten Alltagsaktivitäten und Stürzen mit folgenschweren Komplikationen, die dann zu weiteren Einschränkungen der Lebensqualität führen können.