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Die weltweit am häufigsten registrierte Infektionskrankheit ist die ambulant (also nicht z.B. in Kliniken) erworbene Lungenentzündung. In Deutschland gab es in 2012 an die 300.000 Krankenhauseinweisungen, die ambulanten Fälle liegen geschätzt zwischen 100.000 und 400.000 – vergleichbare Daten fehlen.
Bei Bewohnern von Altenheimen liegen die Krankheitsfälle geschätzt bei 6% bis 11%. Ca. 20.000 Menschen sterben jährlich an einer Pneumonie oder deren Folgekomplikationen.

Unsere Lunge besteht aus zwei Lungenflügeln mit fünf Lungenlappen, Lungenbläschen und Lungengerüst. Eine Lungenentzündung kann akut oder chronisch verlaufen, aufgrund des Aufbaus können unterschiedliche Areale betroffen sein:
Entzündung eines ganzen Lungenlappens, des Lungengerüsts, des Lungengewebes – also sowohl der Lungenbläschen als auch des Lungengerüsts -, mit Beteiligung des Brustfells (Pleuropneumonie). Bei einer Bronchopneumonie besteht ein diffuses Verteilungsmuster, das von den Bronchien ausgeht.

Ursachen:

  • Hauptursache: Bakterien wie Pneumokokken, Hib = Haemophilus influenzae Typ b (bei Kindern), Staphylokokkus aureus/pneumoniae oder Mykoplasmen und Legionellen
  • Viren, Parasiten und Pilze
  • Allergische oder chemisch/physikalische Reizstoffe (Gifte), Medikamente
  • geschwächtes Immunsystem : z.B. bei HIV/Aids, Chemotherapie, Bestrahlung
  • Bettlägerigkeit: durch ständige Bettruhe und Bewegungsmangel kann die Lunge nicht mehr ausreichend belüftet werden
  • Einatmen von Mageninhalt oder anderen Flüssigkeiten

Erhöhtes Risiko haben ältere / herzkranke Menschen, chronisch Kranke wie z.B. Diabetiker oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem, starke Raucher, Alkoholiker sowie Personen, deren Milz entfernt wurde.

Symptome (Beschwerden):
Hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Kreislaufstörungen, trockener Husten (später mit Abhusten von Schleim), atemabhängige Schmerzen, Sauerstoffmangel – in der Folge bläuliche Verfärbung von Lippen und Fingern -, mögliche Verschlimmerung von Asthmaanfällen, übelriechender Atem.

Eine Lungenentzündung gehört immer in ärztliche Behandlung – je nach Schwere kann ein Krankenhausaufenthalt notwendig werden.

Diagnose (Untersuchung):
Abhören der Lunge, Röntgenaufnahme, evtl. CT oder MRT, Ultraschall, Blutuntersuchung (Entzündungszeichen, Nachweis des Erregers), Untersuchung des Speichels, Tracheal- oder Lungensekrets, Urinuntersuchung (z.B. bei Verdacht auf Legionellen / Pneumokokken), selten: Lungenbiopsie. Weiterführende Untersuchungen zum Ausschluss anderer Erkrankungen wie z.B. Lungentuberkulose oder Bronchialkrebs.

Behandlung:
Körperliche Schonung, viel Flüssigkeitszufuhr. Medikamentös mit Antibiotika, Antimykotika, Virustatika, fiebersenkenden, schleimlösenden oder hustenlindernden Arzneien, Mobilisierung, evtl. Atemtherapie.

Vorbeugung / Vorsichtsmaßnahmen:
Impfung gegen Pneumokokken, bei Kindern Impfung gegen „Hib“. Eine regelmäßige Grippeimpfung verringert das Komplikationsrisiko einer Lungenentzündung. (Pneumonie)