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Die Haut ist unser größtes Organ und unterliegt sichtbaren Veränderungen, zu denen vor allem Muttermale gehören – ihre Anzahl liegt bei Erwachsenen bei durchschnittlich 30 bis 40. Muttermale entstehen, wenn die Pigment-produzierenden Hautzellen (= Melanozyten) zu viel Melanin produzieren.
Die Bezeichnung „Muttermal“ umfasst alle Formen gutartiger Hautwucherungen – ohne Einschränkung der betroffenen Zellart. Der Begriff “Leberfleck“ stammt von dem bräunlichen, leberähnlichen Farbton, wobei Leberflecken auch unabhängig vom Sonnenlicht entstehen.

Formen von Muttermalen:

  • kongenitaler Naevus (angeborenes Muttermal): Die Anlagen sind schon bei Geburt vorhanden; Form, Größe und Aussehen können sehr variieren, sie können auch stark behaart sein (Tierfellnaevi)
  • Naevus („gewöhnliches“ Muttermal): Es ist kleiner als durchschnittlich fünf Millimeter, einfarbig und regelmäßig begrenzt
  • papillomatöser Naevus (erhabenes Muttermal): Es ist einfarbig und hat eine gefurchte Oberfläche (in einigen Fällen ein oder mehrere Haare)
  • atypischer oder dysplastischer Naevus (ungewöhnliches Muttermal ): Oftmals schwierig von bösartigen Hautveränderungen (Melanom) zu unterscheiden; Größe: über fünf Millimeter, flach oder erhaben, hat verschiedene Farben und ist unregelmäßig begrenzt. Bei einigen Menschen zeigen sich mehr als 100 dieser Naevi
  • blauer Naevus (blaues Muttermal): Auffällig ist die blau-graue Farbe; Aussehen: flach oder erhaben

Die ABCDE-Regel soll unterstützen, potenziell gefährliche Muttermale und Leberflecke zu erkennen:

  • A = Asymmetrie: unregelmäßige Form oder Aussehen „ausgefranst“
  • B = Begrenzung: Der Muttermalrand ist undeutlich und hebt sich nicht klar von der umliegenden Haut ab
  • C = Color (Farbe): Der Fleck hat stellenweise unterschiedliche Farben: schwarz, braun, rötlich oder gräulich oder es kommen neue Farbtöne dazu
  • D = Durchmesser: Der Fleck hat einen Durchmesser von mehr als 5 Millimetern
  • E = Erhabenheit: Der Fleck ist aufgewölbt und deutlich tastbar

Wann zum Arzt?
Eine ärztliche Kontrolle ist unbedingt angeraten, wenn sich Muttermale in Farbe / Form (unregelmäßiger Rand) verändern, anfangen zu jucken oder zu bluten oder sehr schnell wachsen, ebenso sollten Hautveränderungen unter den Nägeln, an Handflächen und Fußsohlen untersucht werden. Bei einer Muttermal-Vorsorgeuntersuchung wird deshalb der gesamte Körper untersucht.

Hautkrebs-Screening:
In Deutschland erkranken pro Jahr über 260.000 Menschen an Hautkrebs, immer häufiger sind es auch junge Menschen. Gesetzlich Krankenversicherte haben ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre Anspruch auf eine Hautkrebs-Früherkennungsuntersuchung (einige gesetzliche Krankenversicherungen übernehmen die Kosten bereits ab dem Alter von 20 Jahren!) bei hausärztlich tätigen Fachärzten für Allgemeinmedizin, Fachärzten für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Dermatologen, Internisten und praktischen Ärzten.

Ein Muttermal braucht normalerweise keine Behandlung. Kann Gut- oder Bösartigkeit nicht eindeutig beurteilt werden, sollte das Muttermal entfernt werden.
Intensive Sonnenbestrahlung fördert die Entstehung von Muttermalen, so dass Ihre Anzahl von der Zeit, die man in der Sonne verbringt, anhängt, aber auch vom Erbgut und vom Lebensalter.