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Das Herz ist der antreibende Muskel für den Blutkreislauf: durch Ventilklappen im Herzen und in den Gefäßen wird das Blut immer in eine Richtung getrieben. Damit es alle Organe sowie auch die kleinsten Kapillargefäße erreichen kann, muss es mit einem gewissen Druck aus dem Herzen gepumpt werden. Ein vollständiger Umlauf der gesamten Blutmenge dauert beim Erwachsenen etwa eine Minute.

Da in verschiedenen Körperbereichen unterschiedliche Druckverhältnisse herrschen, spricht man beim Blutdruckmessen in der Regel vom Druck der Arterien in den großen Schlagadern auf Herzhöhe.

Der Blutdruck steigt, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht und das Blut in die Arterien drückt. Hat er sich maximal zusammengezogen, ist der höchste Wert des Blutdrucks erreicht (= oberer Wert oder systolischer Blutdruck). Wenn das Herz danach erschlafft, pumpt es kein Blut mehr in die Arterien und der Blutdruck sinkt wieder auf den untersten Wert ab (= unterer Wert oder diastolischer Blutdruck). Die dadurch entstehende Druckwelle kann man als Puls tasten.

Blutgefäße können ebenfalls Druck erzeugen, vor allem können sich Arterien, von denen eine Wandschicht aus Muskelgewebe besteht, verengen oder erweitern. Somit ist der Blutdruck abhängig von der Pumpkraft des Herzmuskels, dem Zustand (Widerstand) der Gefäße und der Gesamt-Blutmenge.

Von Bluthochdruck (Hypertonie) spricht man, wenn systolisch ein Blutdruck über 160 mmHg und diastolisch über 95 mmHg (160/95) gemessen wird. Normalwerte gelten bis 140/90.
Die Blutdruckwerte steigen mit zunehmendem Alter eher etwas an, wie u.a. durch die abnehmende Elastizität der Gefäße oder bei zunehmender Gefäßverkalkung. Diese führt im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt oder zu einem Schlaganfall (Hirnschlag).

Man unterscheidet zwischen primärem und sekundärem Bluthochdruck:

Bei der primären (= essentiellen) Hypertonie ist das Beschwerdebild weitgehend uncharakteristisch, häufig wird eine Blutdruckerhöhung nicht bemerkt. Da hoher Blutdruck in erster Linie Gehirn, Nieren, Herz und Augen schädigen kann, ist dies durchaus gefährlich. Erste Warnsignale hierfür können Kopfschmerzen, Schwindel, Nasenbluten, Brustschmerzen, Kurzatmigkeit bei Belastung oder unklare Sehstörungen sein.
Eine Notfallsituation besteht bei starken Sehstörungen, starkem Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, heftigen und ungewohnten Kopfschmerzen/Kopfdruck, starker Atemnot und Brustenge (Angina pectoris).

Risikofaktoren: Rauchen, chronischer Alkohol– oder Drogenkonsum, übermäßiger Kaffeekonsum, Diabetes Typ I und Typ II, überwiegend salz- und fettreiche Ernährung, chronische Stressbelastung, Medikamente (wie Schlankheitsmittel), Bewegungsmangel sowie familiäre Vorbelastung und zunehmendes Alter.

Untersuchungsmöglichkeiten: Langzeit-Blutdruckmessung über 24 Stunden, EKG/Belastungs-EKG, Erörterung der Familienanamnese (Herzinfarkt, Schlaganfall), Blutdruckmessungen in verschiedenen Körperlagen (stehend, sitzend, liegend), Augenhintergrund-Untersuchung, Blut- und Urinuntersuchung, Echokardiographie (Ultraschall) des Herzens, Ultraschall der Bauch- und Halsschlagadern.

Therapie: Man kann selbst dazu beitragen, indem man die die Risikofaktoren reduziert oder vermeidet: z.B. Gewichtsabnahme, Ernährungsumstellung (Ernährungsberatung), Aufgabe von Nikotin– oder Alkoholkonsum, Entspannungsübungen, Vermeidung von Stress, regelmäßige körperliche Betätigung. Medikamentöse Therapie.

Bei der sekundären Hypertonie handelt es sich um einen erworbene Bluthochdruck, dem eine andere Krankheit zu Grunde liegt, wie zum Beispiel ein chronisches Nierenleiden oder hormonelle Störungen.