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Krankhaftes Zurückfließen von saurem Magensaft in die Speiseröhre nennt man „gastroösophageale Refluxkrankheit“. In den westlichen Industriestaaten haben bis zu 20 von 100 Menschen immer wieder Beschwerden wie Sodbrennen – ein unangenehmes Brennen hinter dem Brustbein – oder Aufstoßen. Die Beschwerden treten meist nach einer üppigen Mahlzeit auf.

Symptome (Beschwerden): Saures Aufstoßen, Sodbrennen und/oder Schmerzen hinter dem Brustbein oder der oberen Bauchgegend (Magenbrennen), Übelkeit, mitunter Erbrechen sind die anfänglichen typischen Krankheitszeichen, die etwa eine halbe bis drei Stunden nach dem Essen oder nachts im Liegen auftreten. Je nach Schweregrad sind die Symptome vorübergehend bis anhaltend.

Atypisch: Durch aufstoßenden Magensaft können sogar Lunge und Rachen gereizt werden (selten). Dadurch können Asthma, ein chronischer Husten, eine Lungenentzündung, Heiserkeit, Fremdkörpergefühl im Hals bis hin zu Zahnschäden entstehen.

Verlauf: Meist ist die Krankheit harmlos und verläuft über Jahre in Phasen mit mehr oder mit weniger starken Beschwerden. Unbehandelt kann die Reflux-Krankheit jedoch zu schwerwiegenden Folgen führen: Eine chronische Entzündung schädigt die Schleimhaut der Speiseröhre, wodurch es zu narbigen, einengenden Veränderungen und erheblicher Beeinträchtigung des Schluckakts kommen kann; im weiteren Verlauf Bildung von Geschwulsten, etwa jeder 1000ste Betroffene kann im Laufe seines Lebens an Speiseröhrenkrebs erkranken.

Ursachen:

  • ungenügender Verschlussmechanismus am Übergang vom Magen in die Speiseröhre, wobei Säure und Galle aus dem Magen in die Speiseröhre fließt
  • übermäßige Erhöhung des Druckes im Magen
  • verstärkte Magensäureproduktion
  • Zwerchfellbruch (Verlagerung des oberen Teils des Magens in den Brustkorb)
  • gestörte Schleimhautschutzbarriere in der Speiseröhre

Diagnose (Untersuchung):
Körperliche Untersuchung; Spiegelung von Speiseröhre und Magen, evtl. mit Gewebeproben (Histologie); 24-Stunden-Säuremessung in der Speiseröhre (24h-pH-Metrie); Röntgen; Muskelfunktionsmessung des Speiseröhrenmuskels durch eine Speiseröhren-Manometrie (Druckmessung).

Therapiemöglichkeiten: (je nach Ausmaß der Beschwerden)
Medikamentös (Mittel, die die Bildung von Magensäure oder die Histamin stimulierte Säureproduktion im Magen hemmen), endoskopisch (mittels Magenspiegelung) oder chirurgisch/operativ.

Informationen:
Schlafposition – in flacher, liegender Position entsteht vermehrt Säurerückfluss
Nikotin – vermindert auf jeden Fall den Druck im unteren Speiseröhrenmuskel und reduziert die neutralisierende Bikarbonat-Sekretion des Speichels. Es ist erwiesen, dass Raucher häufiger an Ösophaguskrebs erkranken.
Körperliche Aktivitäten – Laufen kann den Säurerückfluss provozieren
Alkohol – Bier- oder Spirituosen-Konsum scheinen Speiseröhrenkrebs eher zu fördern
Zu üppige Mahlzeiten – Magendehnungen lassen den unteren Speiseröhrenmuskel erschlaffen
Kohlensäure, koffeinhaltige Getränke, Fruchtsäfte – provozieren in ca. 30% der Fälle

Neuere Untersuchungen konnten nicht bestätigen, dass fettreiche Speisen Magenbrennen nach dem Essen bzw. saures Aufstoßen beeinflusst, ebenso wie Süßigkeiten, Schokolade oder Zwiebeln.