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Da die Löhne und Gehälter in Deutschland gestiegen sind, hat die Bundesregierung die Beitragsbemessungsgrenzen für Kranken- und Rentenversicherung für 2017 angepasst. Für gutverdienende Arbeitnehmer wird es aufgrund der höheren Beitragsbemessungsgrenze zukünftig teurer.

Rechengrößen in der Sozialversicherung: Diese Werte werden jährlich neu ermittelt und festgesetzt. Sie beeinflussen die Beiträge zur Sozialversicherung (Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung).

Vorläufiges Durchschnittsentgelt: In der gesetzlichen Rentenversicherung entspricht es dem durchschnittlichen Brutto-Lohn bzw. -Gehalt eines beschäftigten Arbeitnehmers. Für 2017 wird der Wert für das Durchschnittsentgelt berechnet: Das Durchschnittsentgelt 2015 wird um das Doppelte des Prozentsatzes erhöht, um den sich das Durchschnittsentgelt 2014 zum Jahr 2015 erhöht hat.

Bezugsgröße: In der gesetzlichen Krankenversicherung wird danach die Mindestbeitragsbemessungsgrundlage für freiwillige Mitglieder sowie das Mindestarbeitsentgelt festgelegt. In der gesetzlichen Rentenversicherung hängt von ihr ab, wie viel Beitrag Selbstständige oder Pflegepersonen zahlen müssen. 2017 liegt die Bezugsgröße in der Sozialversicherung bei 2.975 Euro monatlich.

Unter Versicherungspflichtgrenze (auch Jahresarbeitsentgeltgrenze) versteht man die Einkommenshöhe eines Arbeitnehmers, bis zu der er in einer gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert sein muss. Verdient er mehr als den festgelegten Grenzwert, kann er entweder als freiwillig versichertes Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung verbleiben oder sich privat versichern (Ausnahme: Beamte sowie Selbstständige können sich immer privat versichern).

Im kommenden Jahr wird die Versicherungspflichtgrenze auf jährlich 57.600 Euro bzw. monatlich 4.800 Euro pro Jahr steigen (Vergleich 2016: jährlich 56.250 Euro). Ein Wechsel von der gesetzlichen in eine private Krankenversicherung wird somit weiter erschwert.

Die Beitragsbemessungsgrenze legt die Einkommenshöhe fest, bis zu der die in Prozent berechneten Beiträge in die Sozialversicherung ansteigen. Für Personen, deren Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, steigt der Beitrag nicht mehr weiter.

Die Beitragsbemessungsgrenze ist für die Zweige der Sozialversicherung unterschiedlich: Für die Kranken- und Pflegeversicherung wird sie 2017 auf 4.350 Euro angehoben. Die Beitragsbemessungsgrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung wird 2017 in den alten Bundesländern auf 6.350 Euro, in den neuen Bundesländern auf 5.700 Euro im Monat steigen.

Die Beitragssätze legen den prozentualen Anteil des Einkommens fest, den gesetzlich Versicherte in die Sozialversicherung verpflichtend einzahlen müssen. Dieser kann nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze ansteigen.

Seit 2015 beträgt der Beitragssatz zur Krankenversicherung 14,6 % des Bruttoeinkommens. Bei Arbeitnehmern trägt der Arbeitgeber hiervon die Hälfte. Gesetzliche Krankenkassen erheben zusätzlich individuelle Zusatzbeiträge, die allein der Arbeitnehmer entrichten muss.

Der Beitragssatz für die Pflegeversicherung beträgt 2,35 % (Kinderlose über 23 Jahren 2,6 %) der Beitragssatz zur Rentenversicherung 18,7 %, zur Arbeitslosenversicherung 3,0 %.

 

Verdienstgrenzen: Mini- und Midijobs

Geringverdiener mit einem Minijob zahlen bei bis zu 450 Euro monatlich keine Sozialversicherungsbeiträge. Bei einem Monatsverdienst von 450,01 Euro bis 850 Euro handelt es sich um einen „Midijob“: Der Arbeitgeber zahlt die vollen Sozialbeiträge, der Arbeitnehmer nur einen verminderten Prozentsatz der Beiträge.