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In Europa gibt es über 100 verschiedene Stechmücken-Arten, von denen ca. die Hälfte auf Menschenblut spezialisiert ist. Stechmücken ernähren sich vorrangig von zuckerhaltigen Pflanzensäften, weibliche Stechmücken benötigen jedoch für die Produktion ihrer Eier Blutproteine eines Wirtes.

Mückenlarven entwickeln sich in stehenden Gewässern: vom See über kleine Pfützen sowie auch in Regentonnen, verstopften Dachabläufen und nicht entleerten Gefäßen.
Mückeneier können bis zu 5 Jahre überleben und selbst strenge Winter schaden ihnen nicht – im Gegenteil: Hier besteht sogar eher das Problem, dass natürliche Feinde (wie Pilze und Bakterien) durch die Kälte absterben und Mücken daher massenhafter auftreten.
Damit Mücken gar nicht erst heranwachsen können, sollte man daher diese Brutstätten beseitigen!

  • Frauen werden vermutlich häufiger gestochen als Männer, da sie weniger schützende Köperbehaarung und eine dünnere Haut haben
  • Mücken können dunkle Farbe erkennen, so dass helle Kleidung mehr Schutz bietet
  • Mücken reagieren auf Wärme und Feuchtigkeit, deshalb ist kühle Haut (wie z.B. nach dem Duschen) weniger stichanfällig
  • Mücken werden durch den Geruch verfaulender Bakterien sowie Milchsäurebakterien angezogen, weshalb häufiges Waschen hilft. Dies leider nur kurzfristig, da der Körper sehr schnell wieder seine typischen „Ausdünstungen“ entwickelt

Nach dem Stich erfolgt üblicherweise eine auf die Einstichstelle begrenzte allergische Reaktion mit Juckreiz: Ursache hierfür ist ein Protein-Cocktail (Betäubungsmittel, Antigerinnungsstoffe, gefäßerweiternde Substanzen), welche die Stechmücke in die Saugstelle einspritzt. Häufig bildet sich dann für einige Stunden eine Quaddel/Ödem, die durch die Ausschüttung von körpereigenem Histamin entsteht.

Mücken können diverse Tropenkrankheiten verbreiten, indem sie Blut eines infizierten Menschen saugen, danach einen anderen Menschen stechen und somit den Erreger übertragen. Zu diesen Infektionskrankheiten gehört neben Malaria und Gelbfieber auch das Denguefieber, das in schweren Fällen tödlich sein kann.

Bisher waren tropische Mücken, die den Menschen mit humanpathogenen Viren infizieren können, nur in weit entfernten Ländern bekannt. Durch die zunehmende Erwärmung und z.B. gestautes Wasser in Flut– und Überschwemmungsgebieten haben sich – vor allem für die extrem zähe Tigermücke – neue Lebensräume auch in anderen Breiten aufgetan.
Zu den Risikoländern für exotische Viren gehören Länder wie Italien, Kroatien, Zypern, Bulgarien, Slowakei, Türkei und Portugal, Benelux-Länder, aber auch Deutschland und Großbritannien. Die Ausbreitung muss genau überwacht werden.

Da Stechmücken jedoch immer eine Infektionsquelle brauchen, gibt es laut Tropenmedizinern für Deutschland derzeit keine akute Gefahr und noch keinen Grund zur Sorge. Auf einen guten Mückenschutz sollte man aber in keinem Fall verzichten!

Mückenschutz:
mechanisch: dicht gewebte, nicht zu eng anliegende Kleidung, Mückengitter/-netz, Ventilator.
chemisch: Hautschutz durch Mückensprays/-gels mit unterschiedlichen Wirkstoffen , Rauchspiralen, ätherische Öle, Lichtfallen.
Erste Hilfe gegen Juckreiz und Schwellungen: kalte Umschläge, kortisonhaltige Gels und Salben, Thermostifte.

Demnächst soll es auch für Deutschland eine eigene Mückenkarte geben.