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Die durchschnittliche Gesamtblutmenge im menschlichen Körper beträgt 7 bis 8 % des Körpergewichtes – dies entspricht 4 bis 6 Litern an Blutvolumen. Schwankungen ergeben sich durch starkes Schwitzen oder bei Wasserentzug.

Thrombozyten (= Blutplättchen) sind die kleinsten Zellen des Blutes – jedoch besitzen sie weder einen Zellkern noch DNA. Ihre Anzahl beträgt in der Regel 160.000 bis 450.000 pro μl. Diese winzigen Scheiben verkleben untereinander oder heften sich bei Verletzungen an das umliegende Gewebe an und sorgen für die Freisetzung von sogenannten „Plättchenfaktoren“, die die erste Stufe der Blutgerinnung einleiten.

Verminderte Thrombozytenzahl / Thrombo(zyto)penie — unter 150.000 pro μl
Ursachen:

  • Verteilungsstörung
  • Verkürzte Lebensdauer der Thrombozyten
  • Erworbene oder angeborene Bildungsstörung

Symptome: erhöhte Blutungsneigung, verlängerte Blutgerinnung. Zu den typischen Anzeichen zählen kleine punktförmige Blutungen aus den Kapillaren (= „Petechien“), blaue Flecken sowie vermehrtes Zahnfleisch- und Nasenbluten.

Erhöhte Thrombozytenzahl:
Thrombozytose:

  • als Reaktion auf einen Blutverlust, wie z.B. einer großen Operation, um den entstandenen Verlust an Thrombozyten wieder auszugleichen
  • erhebliche körperliche Anstrengung – wie z.B. bei Leistungssport

Thrombozythämie: krankhafte Vermehrung der Thrombozytenzahl

  • als Folgeerscheinung bei Knochenmarkkrebs
  • bei Thrombose: ungewollte Bildung eines Blutpfropfen/Thrombose (sowohl in Arterien als auch in Venen)
  • Hämorrhagische Diathese
  • Erhöhung der Thrombozyten z.B. durch einen Schock
  • bei Infektionen/Entzündungsherden im Körper – ohne sichtbare/äußere Verletzungszeichen

Die „Entstehung“ eines Thrombozyten (= Thrombopoese) findet im Knochenmark statt. Aus einer myeloischen Stammzelle entwickelt sich über einen unreifen Megakaryoblast ein sog. Megakaryozyt, aus dem zwischen 4000 und 8000 Blutplättchen freigesetzt werden. Nach der Freisetzung aus dem Knochenmark verbleiben die Thrombozyten noch für ca. 1,5 Tage in der Milz.

Das Hormon Thrombopoetin reguliert als Wachstumsfaktor die Thrombozytenbildung – es wird vorwiegend in der Leber, aber auch in den Nieren gebildet. Wenn nötig kann Thrombopoetin die Reifungsgeschwindigkeit um das 5 bis 8 fache erhöhen.
Thrombozyten haben eine Lebensdauer von 7 bis 10 Tagen und werden danach in der Milz, der Lunge und zu einem geringen Teil in der Leber abgebaut.