Themen: , , , , ,

Herzrhythmusstörungen sind unregelmäßige, zu langsame oder zu schnelle Herzschläge. Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Formen wie auch eine spezielle Form von Herzrhythmusstörungen – vorwiegend bei älteren Menschen. Es ist in der Regel nicht lebensgefährlich, erhöht jedoch die Gefahr für einen Schlaganfall.

Bei Vorhofflimmern kommt es zu schnell aufeinander folgenden, unkontrollierten Impulsen vom Vorhof an die Herzkammer, welche nun unabhängig voneinander und in unterschiedlicher Geschwindigkeit arbeiten. Bei dieser hohen Frequenz pumpen die Vorhöfe nicht mehr ausreichend Blut in die Herzkammern, diese nicht mehr ausreichend Blut in den Kreislauf: Es entstehen Schwankungen des systolischen Blutdrucks, die Schlagfolge der Herzkammern wird unregelmäßiger. Dieses Symptom kann dies kann dauerhaft präsent sein oder auch nur vorübergehend auftreten.

Man unterscheidet zwischen „normokardem“ (Puls 60 bis 100 Schläge/Minute), „tachykardem“ (Puls über 100 Schläge/Minute) und „bradykardem“ Vorhofflimmern (Puls unter 60 Schläge/Minute).

In über 75% der Fälle findet sich keine organische Ursache, wie z.B. Hypertonie, Schilddrüsenüberfunktion, Herzklappenfehler, Verkalkung der Herzkranzgefäße (Arteriosklerose), Herzinfarkt, rheumatische und entzündliche Erkrankungen, Alkohol- oder Drogenexzesse.

Beschwerden:
Unregelmäßiger Herzschlag
Bei Herzrasen (Tachykardie): Luftnot, Schmerzen unter der Brust
Übelkeit, Unwohlsein, Unruhe
Bei verlangsamten Herzschlag (Bradykardie): Schwindel
Verlangsamt sich der Herzschlag zu sehr / bei vorbestehender Herzschwäche: Schwindel, Bewusstlosigkeit

Diagnose (Untersuchung):
Körperliche Untersuchung mit EKG; Langzeit-EKG; Belastungs- EKG; Ultraschalluntersuchung (auch über die Speiseröhre möglich) zum Ausschluss einer Herzerkrankung bzw. eines Blutgerinnsels (Thrombus) im Herzen

Behandlungsmöglichkeiten: Die Behandlung erfolgt entsprechend dem Behandlungsziel:

  • Medikamentös: Antikoagulantien hemmen die Blutgerinnung / wirken blutverdünnend (z.B. Marcumar , ASS), Antiarrhythmika regulieren den Herzrhythmus
  • Elektroschocktherapie (= Kardioversion): Umwandlung des Vorhofflimmerns in einen normalen Herzrhythmus (Sinusrhythmus)
  • Verödung (=Ablationsverfahren): durch elektrische Impulse, die über durch Venen ins Herz eingeführte weiche Drähte abgegeben werden, entsteht eine Barriere (Verödung) für die Flimmern-Wellen
  • Herzschrittmacher: vorwiegend bei Bradykardie

Mögliche Komplikationen:
Minderdurchblutung der Organe – vor allem bei älteren und herzgeschwächten Patienten Blutgerinnsel in den Vorhöfen: Diese können mit dem Blutstrom weggeschwemmt werden und zum Gefäßverschluss führen – in der Folge kann es zum Schlaganfall kommen.