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Zoonosen

Zwei von drei Erregern, die beim Menschen Infektionskrankheiten auslösen, können von Tieren übertragen werden. Diese Krankheiten, die auf natürlichem Weg die Artengrenze überwinden und von Wirbeltieren direkt auf den Menschen übertragen werden können, nennt man Zoonosen (griech. zoon = Lebewesen, nosos = Krankheit).

Zu den häufigsten Zoonose-Erregern zählen Viren, Bakterien, Parasiten und Pilze/Würmer. Die Aufnahme erfolgt u.a. oral, durch Einatmen, über Haut-/Schleimhautkontakt oder Tierbisse (Stechmücken, Zecken, Läuse u. ä.).

Ausgenommen werden Erreger, die über Verunreinigung von Lebensmitteln zum Menschen gelangen – also auf Böden oder Pflanzen vorkommen, auf diese Weise in Nahrungs- und Futtermittel gelangen und damit kein Wirbeltier als Erregerreservoir benutzen.

Gründe für die Entstehung und Verbreitung:

  • veränderte Lebensmittelproduktion (wie z.B. Massentierhaltung)
  • zunehmende Aktivitäten im Freien, beruflich oder in der Freizeit
  • Haltung exotischer Haustiere
  • Vordringen und Reisen in immer weiter entlegene (tropische) Regionen der Erde
  • Zunahme von Immunschwäche-Erkrankungen (z. B. Toxoplasmose bei HIV-Infektion, SARS), auch bedingt durch den demographischen Wandel
  • klimatische und ökologische Faktoren (z.B. verbesserte Bedingungen für Zecken und FSME-Virus)
  • Ausbreitung von Slums in Großstädten und mangelnde Schutzmaßnahmen bei der Wasserbevorratung
  • verbesserte Adaptation der Mikroorganismen an den (menschlichen) Wirt durch genetische Veränderungen

Da Zoonosen verschiedene Ursachen haben können, ist die Vorsorge entsprechend unterschiedlich. Präventionsmaßnahmen vor Infektionskrankheiten sind vor allem:

  • Gute Hygiene, auch bei Haustieren! Durch Sauberkeit und gründliches Händewaschen können viele Infektionen vermieden werden
  • Richtige Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln
  • Gegen einige Infektionen gibt es Schutzimpfungen

Weltweit sind über 200 Zoonosen bekannt, in unseren Breiten unter anderem aviäre Influenza, Salmonellose, Escherichia coli (EHEC), Campylobacter-Infektionen, Chlamydiosen, Dermatomykosen (Hautpilzerkrankungen), Echinokokkose (Hunde-/Fuchsbandwurm), Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Lyme-Borreliose, Milzbrand (Anthrax), Streptokokken-Infektionen, Tollwut, Toxoplasmose, Tuberkulose/Mykobakteriose.

 

Parasitosen

Krankheiten, die durch Parasiten hervorgerufen werden, nennt man Parasitosen.

Es handelt sich um Lebewesen, die sowohl vorübergehend, als auch permanent in oder auf einem anderen Organismus leben, um existieren und sich vermehren zu können.

Menschen können durch viele unterschiedliche Parasiten befallen werden, man teilt sie grob in drei Gruppen:

  • Einzeller (Protozoen) wie z.B. Leishmania donovani
  • Würmer (Helminthen) wie z.B. Spulwürmer (Ascaris lumbricoides) oder Schweinebandwurm (Taenia solium)
  • Arthropoden (Gliederfüßler) wie z.B. Mücken, Zecken, Läuse und Flöhe

Die bekannteste Parasitose ist die Tropenkrankheit Malaria: Durch den Stich der Anophelesmücke gelangen einzellige Parasiten (Gattung Plasmodium) in den menschlichen Körper.

Die Beschwerden bei einer Parasitose variieren erheblich je nach Parasit und übertragenem Erreger der Parasiten.

Bei Tieren verursacht eine Parasitose eine Leistungsminderung, kann typische Erkrankungen hervorrufen und zum Verenden führen, daneben können bakterielle und virale Sekundärinfektionen entstehen.

In bestimmten Entwicklungsstadien können Tierparasiten auch beim Menschen erhebliche gesundheitliche Schäden nach sich ziehen und im schlimmsten Fall sogar tödlich sein.

In Lebensmitteln tierischer Herkunft sollen labortechnische Untersuchungen parasitäre Entwicklungsstadien aufzeigen und dazu beitragen, dass man sich mit adäquaten Maßnahmen vor parasitären Zoonosen schützen kann.