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Adenoviren sind weltweit verbreitet; sie bleiben gegenüber chemischen und physikalischen Einwirkungen stabil und überleben extreme pH-Werte und alkoholische Desinfektionsmittel, was sie sogar über Wochen außerhalb eines Wirtskörpers widerstandsfähig und äußerst ansteckend macht. Nur Erhitzen auf 56 Grad Celsius inaktiviert sie vollständig.

Adenoviren gehören zu einer Erregergruppe, die eine Vielzahl von Erkrankungen auslöst, vorwiegend Infektionen der Augenbinde- und Hornhaut, Infektionen von Hals- und Rachenmandeln sowie der Atemwege, seltener des Magen-Darm-Traktes.

Meldepflicht: Der Nachweis von Adenoviren im Bindehautabstrich muss gemäß Infektionsschutzgesetz wegen des hohen Ansteckungsrisikos dem Gesundheitsamt gemeldet werden!

Übertragung: Die Ansteckung erfolgt durch direkten Kontakt – meist über Hände (Hände-Augen-Kontakt), an denen die Erreger haften -, Schmierinfektion: oral/fäkale Übertragung (in einigen Fällen durch Wasserübertragung) sowie über verunreinigte Gegenstände: Oberflächen wie Türgriffe, Armaturen, gemeinsam benutzte Handtücher, Hygieneartikel und Kosmetik, Augentropfen/- salben— und nicht zu vergessen: Ferngläser, Fotoapparate, optische Spielzeuge (z.B. Kaleidoskop) sowie Messgeräte in der Augenheilkunde.

Beschwerden der ansteckenden Bindehaut- und Hornhautentzündung (Keratokonjunktivitis epidemica): Die Erkrankung bricht in der Regel 2 bis 12 Tage nach der Ansteckung aus; sie beginnt anfänglich mit Rötung des/der Augen mit Schwellung der Bindehaut, Fremdkörpergefühl, Tränen und Jucken, Lichtempfindlichkeit; im weiteren Verlauf häufig Schwellung des Augenlids sowie Vergrößerung der Lymphknoten vor dem Ohr. Nach ca. 7 Tagen kann die Entzündung auf die Hornhaut des Auges übergreifen. Üblicherweise klingt die Entzündung der Bindehaut nach 2 bis 4 Wochen von selbst wieder ab, eine leichte Trübung der Hornhaut kann noch bestehen – in der Regel heilt beides vollständig und folgenlos ab (sehr selten dauerhafte Verschlechterung des Sehvermögens).

Behandlung: Üblicherweise verlaufen Infektionen durch Adenoviren mild, eine Therapie ist nicht notwendig. Da es gegen das Virus keine Behandlung gibt, kann nur symptomatisch behandelt werden.

Vorsichtsmaßnahmen:

  • Intensive, regelmäßige Hygiene schützt Augen nicht mit den Händen berühren (vermeiden der Übertragung)
  • Der Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen wie Arbeitsplatz, Schulen oder Kindergärten erst wieder aufnehmen, wenn die Entzündung abgeklungen ist
  • Besuchen Sie keine öffentliche Badeanstalten/Saunen für die Dauer der Infektion
  • Vermeiden Sie möglichst engen Kontakt mit Erkrankten
  • Reinigen Sie Flächen im Umfeld von Erkrankten am besten mit Einmaltüchern
  • Das Tragen von Einmalhandschuhen bietet zusätzlichen Schutz