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Weltweit nehmen Antibiotika-Resistenzen zu – das bedeutet, dass Bakterien gegenüber äußeren Einflüssen (speziell gegenüber Antibiotika) widerstandsfähig bzw. bei Behandlung von Infektionen unwirksam sind. Die Hauptgründe liegen in der zu schnellen und falschen Anwendung, des Weiteren trägt die Lebensmittelindustrie dazu bei, da immer mehr Antibiotika über Lebensmittel (z.B. Fleisch) in unseren Körper gelangen.

Penicillin wurde eher zufällig im Jahr 1928 von Alexander Fleming entdeckt, als er bei einem Experiment bemerkte, dass eine seiner Bakterienkulturen mit Sporen eines Schimmelpilzes befallen war – und dass sich überall dort, wo sich dieser ausbreitete, keine Bakterien ansiedelten. An den Stellen, an denen diese Sporen vorhanden waren, wurden die Bakterien sogar abgetötet. In weiteren Versuchen fand der Mikrobiologe heraus, dass die Substanz der Schimmelpilze weiße Blutkörperchen (für die Immunabwehr) nicht angegriffen hat und für Tiere ungiftig war.
Fleming selbst gelang es nicht, aus dem Pilz ein Extrakt zu gewinnen, um es als Medikament zu verwenden, dies realisierten Ernst Boris Chain und Walter Florey im Jahr 1939. Ab dem Jahr 1945 konnte man das neue Medikament auf Rezept in amerikanischen Drugstores kaufen.

Antibiotika sind also Stoffwechselprodukte von Bakterien und Pilzen (und höheren Organismen) und dienen unter anderem als Abwehr gegen eine Infektion: Sie haben eine hemmende/abtötende Wirkung auf die Stoffwechselprozesse von Mikroorganismen.

Begriff Antibiotika: Im klinischen Gebrauch sind damit oft nur Wirkstoffe gemeint, die gegen Bakterien aktiv sind; im weiteren Sinne sind es alle Substanzen, die gegen Mikroorganismen jeglicher Form (Bakterien, Viren und Pilze) wirksam sind.

Grobe Einteilung:

  • Chemische Struktur:
    Je nach Angriffspunkten der Antibiotika bei Bakterien (z.B. Penicilline, Aminoglykoside, Chinolone)
  • Wirksamkeit:
    Bakteriostatische Antibiotika: hemmen das Wachstum/Vermehrung von Bakterien, töten den Erreger jedoch nicht ab.
    Bakterizide Antibiotika: hemmen nicht nur das Wachstum, sondern töten die Erreger ab.
  • Wirkungsort (Mechanismus):
    z.B. auf die Zellwand oder RNA/DNA der Bakterien
  • Anti-Tuberkulotika: Chemisch speziell zusammengesetzte Antibiotika zur Behandlung von Tuberkulose

Wechselwirkungen/Nebenwirkungen:

mit anderen Arzneimitteln/Medikamenten: Diese könnten weniger effektiv wirken oder sogar ihre Wirkung verlieren, wie z.B. einige Antibiotika, die die empfängnisverhütende Wirkung der Pille nicht mehr gewährleisten oder die Wirkung von Blutverdünnern verstärken. Im schlimmsten Fall sind Wechselwirkungen giftig. Üblicherweise treten Wechselwirkungen nur bei chronisch kranken Menschen auf, die bis zu zehn verschiedene Medikamente täglich einnehmen müssen.

mit Nahrungs- und Genussmitteln: Während einer Behandlung sollte man auf Milchprodukte (Milch, Quark, Joghurt, Käse etc.) verzichten, da der Körper Verbindungen, die das Kalzium aus der Milch mit den Antibiotika eingeht, nicht mehr aufschließen kann. Ebenso sollten man auf den Konsum von Alkohol sowie zusätzliche Einnahme von Mineralstoffen wie Magnesium, Kalzium oder Eisen verzichten. Bei Verzehr von Kaffee, Cola und Tee sind Nebenwirkungen wie Herzrasen und Schlafstörungen bekannt.