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Herzinsuffizienz (Insuffizienz = Schwäche) ist eine häufige Folge verschiedener Herzerkrankungen und beschreibt eine Funktionsstörung des Herzmuskels (Myokardinsuffizienz). Bei verminderter Pumpleistung des Herzens wird das Gewebe nicht ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt, was die Durchblutung der Organe gefährdet und zu Kreislaufversagen führen kann. Man unterscheidet Linksherz-, Rechtsherz– und globale Herzschwäche.

Linksherzinsuffizienz — Blutrückstau in die Lungengefäße:

  • Atemnot: Zu Beginn nur bei Belastung, später auch bei leichter Aktivität oder sogar in Ruhe
  • Evtl. trockener, chronischer Husten
  • In akuten Fällen kommt es zu starker Atemnot mit Unruhe, beschleunigter Atemfrequenz, Husten und „brodelndem“ Atemgeräusch (Gewebswasser in der Lunge) = Notfall!

Rechtsherzinsuffizienz — Blutrückstau in die Körpervenen:

  • Zu Beginn überwiegend Ödeme (Wasser im Gewebe) besonders in den Beinen (Knöchelbereiche), die sich über Nacht wieder zurückbilden. Typisch ist die trockene Haut im Bereich der Schwellungen. Es können Ekzeme und im ernstesten Fall schlecht heilende, entzündliche Geschwüre entstehen, oft im Bereich der Schienbeine.
  • Wegen der hohen Wassereinlagerungen kommt es zu häufigem Wasserlassen in der Nacht (Nykturie).
  • Später auch Ödeme in den Organen, vor allem in der Leber (Stauungsleber) und anderen Bauchorganen, sowie in der Bauchhöhle selbst (Aszites). Appetitlosigkeit und Völlegefühl können die Folge sein (Stauungsgastritis).

Untersuchungen:

  • Klinische (körperliche) Untersuchung: Abhören von Lunge und Herz, Blutdruckmessung, Untersuchung auf Ödem in Beinen oder Bauchraum
  • Röntgenuntersuchung des Brustkorbs (Thorax-Röntgen)
  • Herz-Ultraschall (Echokardiographie)
  • Elektrokardiogramm (EKG)
  • Herzkatheter-Untersuchung
  • Blutuntersuchung (Blutbild, Leber- und Nierenwerte, Mineralstoffe, Blutfette, Blutzucker und spezielle Werte bei Herzerkrankungen)

Behandlung (Unterscheidung zwischen akutem und chronischem Fall):

Akute Herzschwäche bedarf einer stationären Aufnahme mit körperlicher Schonung (Bettruhe). Bei Ödemen muss die Trinkbilanz und eine Salz arme Diät eingehalten werden. Striktes Alkohol- und Nikotinverbot.

Bei der chronischen Herzinsuffizienz werden Medikamente eingesetzt, die auf unterschiedliche Weise das Herz entlasten oder dessen Leistung verbessern:

  • Dazu gehören die sogenannten ACE-Hemmer, Betablocker oder Diuretika (wasserausscheidende Mittel), die auch kombiniert werden
  • Auch Nitritpräparate zur Verbesserung der Durchblutung des Herzmuskels können bei Herzinsuffizienzen helfen
  • Je nach Ausmaß und Ursache müssen zusätzlich Medikamente zur Blutverdünnung eingenommen werden
  • Herzwirksame Medikamente aus der Gruppe der Herzglykoside (Digitalis) werden immer weniger verwendet

Chirurgisch:

  • Bei Herzrhythmusstörungen als Ursache kann ein implantierbarer Defibrillator helfen, der wie ein Herzschrittmacher eingesetzt wird. Bei Auftreten einer gefährlichen Rhythmusstörung wird ein Elektroschock abgegeben und der Rhythmus wieder normalisiert.
  • Bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz kann mit einem speziellen Herzschrittmacher (Resynchronisationstherapie) die Herzfunktion verbessert werden.
  • Verschlechtert sich die Herzinsuffizienz trotz Therapie, kommt eine Herztransplantation in Frage.

Unbehandelt ist die Herzinsuffizienz tödlich. Es kann zu einem plötzlichen Herztod kommen, der durch Herzrhythmusstörungen ausgelöst wird.

Der Krankheitsverlauf kann oft nur verlangsamt und nicht rückgängig gemacht werden. Eine Heilung ist nur möglich, wenn die zu Grunde liegende Ursache vollständig beseitigt werden kann.