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Wenn der Abfluss im Bereich der Ausführungsgänge der Talgdrüsen und Haarbalgausgäng behindert ist, bilden sich Ansammlungen von Talg und Hautzellen (Atherom). Überwiegend entwickeln sich diese prallen, elastischen Knoten am behaarten Kopf, Gesicht und Nacken, erscheinen aber auch zwischen Bauch und Hals, Intimbereich und an anderen Stellen.

Atherome sind gutartige und daher harmlose Tumore im Unterhautgewebe. Sie werden auch als Epidermoidzysten (Epidermis = Haut; Zyste = Aussackung) oder Grützbeutel bezeichnet.

Ursachen:
Haut schützender Talg wird in den Talgdrüsen in der Unterhaut produziert. Weshalb sich Hautzellen, Talg und Fettkristalle zu einem Knoten ansammeln, ist bisher noch nicht gänzlich erforscht, vermutet wird jedoch eine genetische Veranlagung, die zu einer gestörten Hautentwicklung führt. Wenn Bakterien in das Atherom eindringen , entzündet es sich und beginnt zu schmerzen.

Symptome /Beschwerden:
Bei einem nicht entzündeten Atherom in oder unter der Haut sieht die Haut darüber normal aus. Bei einem entzündeten Atherom wird der Knoten rot und schmerzhaft, das umliegende Gewebe ist druckempfindlich, möglicherweise kann Talg, Eiter oder sogar Blut aus dem Knoten ausfließen.

Untersuchung:
Inspektion der Haut und Ertasten des Knotens durch einen Arzt (Dermatologen), damit Verwechslungen mit z.T. gefährlichen Hautverdickungen ausgeschlossen werden können.

Behandlung:
Manchmal bilden sich kleinere Atherome spontan zurück.
Ein Atherom kann nur operativ vollständig entfernt werden. Nach lokaler Betäubung wird der Grützbeutel eröffnet, herausgelöst und anschließend komplett herausgezogen. Meist erfolgt eine histologische Gewebeuntersuchung zur Bestätigung der Gutartigkeit des entfernten Materials.

Leider kann damit nicht die Neubildung weiterer Atherome an anderen Hautstellen bei entsprechender Veranlagung verhindert werden.

Mögliche Komplikationen:
An dieser Stelle sei ausdrücklich davor gewarnt, ein Atherom selbst auszudrücken! Das Infektionsrisiko durch eindringende Bakterien wird hierdurch meist erhöht, es entsteht ein Abszess.

Um das Fortschreiten einer Infektion in gesundes Gewebe zu verhindern, muss unter Umständen mit Antibiotika behandelt werden. Erst nach Abklingen der Entzündung kann ein reifes Atherom chirurgisch komplett entfernt werden.