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Unser Blut muss permanent durch den ganzen Körper fließen — ist die Fließgeschwindigkeit jedoch nicht hoch genug, droht es in den Gefäßen zu verdicken und unkontrolliert zu verklumpen. Wichtige Versorgungswege können durch einen so entstandenen Pfropf aus geronnenem Blut verstopfen. Passiert dies in den peripheren Blutgefäßen, spricht man von einer Thrombose, werden Herzkranzgefäße oder sogar Gefäße im Gehirn oder in der Lunge (Lungenembolie) verstopft, resultiert schlimmstenfalls ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall (Apoplex).

Blutverdünner/Gerinnungshemmer werden eingesetzt, um die Eigenschaft der roten Blutkörperchen herabzusetzen sich zu verklumpen.

Hauptindikation: Vorhofflimmern

Durch anomale elektrische Impulse entsteht ein schnelles Flimmern / Flattern, wobei es zu einer unvollständigen Entleerung des Vorhofs und entsprechend zu einer unvollständigen Füllung der Herzkammer kommt. Die Folge ist ein erhöhtes Risiko für Embolien: Wandert ein Blutpfropf ins Gehirn, löst er einen Schlaganfall aus.

Thrombosen, typischerweise in den Beinvenen: Gerinnungshemmer sollen eine weitere Ausdehnung sowie die Bildung an anderen Stellen verhindern.

Die häufigsten Gerinnungshemmer: 

ASS/Aspirin:
Der Wirkstoff nimmt Einfluss auf das körpereigene Enzym Cyclooxygenase, das seinerseits die Thrombozyten in ihrer Fähigkeit zur Gerinnung beeinflusst. Das Medikament bedarf üblicherweise keiner engmaschigen Kontrolle. Die Gerinnungshemmung hält ca. 7 Tage an, so dass es mehrere Tage vor geplanten operativen Eingriffen abgesetzt werden muss.

Marcumar/Cumarine:
Gerinnungspräparat vorwiegend bei Vorhofflimmern, nach Schlaganfällen oder Herzoperationen. Vorteile: Der Medikamentenspiegel kann im Blut gemessen und daher kontrolliert werden. Laut Studien treten bei Marcumar-Gabe wesentlich weniger Schlaganfälle auf. Durch hochdosierte Gabe von Vitamin K („Antidot“) kann die gerinnungshemmende Wirkung innerhalb von Stunden stark abgeschwächt bzw. aufgehoben werden. Nachteil: Erhöhte Blutungsneigung, engmaschige Blutkontrollen sind notwendig.

Heparin:
Bestandteile sind Moleküle aus Kohlenhydraten und Aminosäuren, die sich an die Gerinnungsfaktoren im Blut anheften können. Sie verhindern somit die Verklumpung von Blutplättchen. Durch Heparin sind große Operationen ohne das Risiko einer Embolie erst möglich geworden. Nachteil: Heparin muss injiziert (gespritzt) werden, da der Magen das Mittel zersetzen und somit unwirksam machen würde.

Daneben gibt es neue orale Antikoagulantien (z.B. Apixaban, Dabigatran), die in Teilbereichen den klassischen Gerinnungshemmern überlegen sind, bei denen es aber noch keine Langzeitstudien gibt.