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Die Kniescheibe – durch eine lange Sehne mit dem Oberschenkel-Streckmuskel verbunden – ist ein wichtiger Bestandteil unseres Kniegelenks: Sie bietet Schutz nach vorne, erhöht die Hebelwirkung der Muskeln auf das Gelenk und überträgt deren Kraft auf den Unterschenkel.

Eine Fehl- oder Überbelastung des Knies (z.B. einseitiger Muskelzug) kann zu einer Schädigung des Kniescheibenknorpels führen – unbehandelt droht im späteren Verlauf eine komplette Abnutzung des Knorpels, es entsteht eine Arthrose.

Ursachen/Risiken:
Die Ursachen für eine Chondropathia (= Knorpelerkrankung) patellae (Kniescheibe) sind oftmals nicht ganz klar. Risikofaktoren sind:

  • berufliche Überbelastungen bei Tätigkeiten im Knien (z.B. Teppich- oder Bodenverleger)
  • bei (Leistungs-)Sportlern: Überbelastungen der Sehnen, die über die Kniescheibe ziehen
  • angeborene) Fehlstellungen oder Deformationen der Kniescheibe (Patelladysplasie)
  • nach Unfällen oder Verletzungen (auch Kleinstverletzungen)
  • normale Altersprozess sowie genetische Veranlagung
  • vor allem während des Wachstumsschubes in der Pubertät

Die Chondropathia patellae beschreibt einen stark schmerzhaften Zustand im Bereich der unteren Kniescheibe. Da Knorpel selbst keine Nerven enthält und daher keine Schmerzen verursachen kann, vermutet man die Schmerzursache im Bereich des Kapsel-Band-Apparates bzw. am Knochen.

Beschwerden:
Ruheschmerzen während und besonders nach langem Sitzen (z.B. Autofahren, Flugreisen, Kino); Schmerzen hinter der Kniescheibe („Druckschmerz“ wie gegen einen Widerstand); Schmerzen bei normalen Bewegungen; verstärkte Schmerzen (beim Abwärts- und in die Hocke-Gehen, Skifahren, Aufwärtsgehen von Treppen oder Bergen, Kuppeln/Gas geben beim Autofahren). Reiben hinter der Kniescheibe
beim Beugen und Strecken sowie beim Einknicken im Kniegelenk.

Untersuchung:
Tastbefund: Beweglichkeit, Druckschmerz bei Kniebelastungen, Verschiebbarkeit der Kniescheibe, „Reibgeräusche“ hinter der Kniescheibe. Prüfung auf Kniefehlstellung oder Instabilität; Röntgenuntersuchung, Arthroskopie, Magnetresonanztomographie (MRT)

Behandlungsmöglichkeiten:

  • Konservativ: vorübergehende Schonung, Physiotherapie bzw. Kranken/Heilgymnastik, Elektrotherapie, Krafttraining, Stabilisierung mit Kniebandagen
  • Medikamentös: Schmerzmittel, Infiltration eines Lokalanästhetikums oder ggf. eines Mittels zum Aufbau der Knochensubstanz (z.B. Hyaluronsäure)
  • Chirurgisch: nur bei groben Fehlstellungen

Was man selbst tun kann:

  • Vermeiden von Überbelastungen: Treppensteigen, stark belastende Sportarten (z.B. Fußball, Skifahren, Tennis, Joggen)
  • Beim Bergabwärtsgehen Wanderstöcke zur Entlastung benutzen
  • Gezielt und bewusst in Bewegung bleiben!