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Clostridium difficile ist ein sporenbildendes Stäbchenbakterium, das den menschlichen (und tierischen) Darm natürlich besiedelt – wie eine Vielzahl anderer Mikroorganismen, die für eine gesunde Darmflora und eine geregelte Darmfunktion unerlässlich sind. Darmbakterien sind nicht schädlich – unter bestimmten Umständen werden aus ihnen jedoch gefährliche Erreger:

Nach einer Antibiotikatherapie, durch einen operativen Eingriff oder durch eine das Immunsystem unterdrückende Behandlung (z.B. Krebstherapie) ist der Körper derart geschwächt, dass Clostridium difficile zum Infektionserreger werden. Der Keim produziert sog. „Exotoxine“ (Giftstoffe), gibt diese in den Darm ab, wodurch unterschiedliche Formen von Durchfallerkrankungen ausgelöst werden. Nach einer Antibiotikabehandlung gegen bestimmte Erreger können Clostridium difficile aufgrund ihrer Resistenz als unangreifbare Erreger im Darm verbleiben.

Übertragung: Die Erreger sind hoch ansteckend und werden mit dem Stuhl ausgeschieden. Weil bereits eine geringe Menge an Keimen für eine Infektion ausreicht, gilt hier die Regelung des Infektionsschutzgesetzes, eine Erkrankung ist meldepflichtig.
Eine Ansteckung erfolgt üblicherweise über eine Schmierinfektion: Hand zu Hand, Hand zu Mund. Die Bakterien können als Sporen auch außerhalb des Magen-Darm-Traktes überleben, in manchen Fällen sogar jahrelang. Eine Übertragung kann deshalb auch über Gegenstände und Flächen erfolgen, an denen die Erreger haften geblieben sind (z.B. Toiletten, Türklinken).

Der Abstand zwischen der letzten Antibiotikatherapie und dem Auftreten erster Krankheitszeichen beträgt ein paar Tage, selten dauert es mehrere Wochen oder Monate. Betroffene können die Erreger selbst nach Abklingen der Beschwerden noch einige Zeit mit dem Stuhl ausscheiden. Risikogruppen sind vorwiegend Krankenhauspatienten, insbesondere Senioren mit Vorerkrankungen und Personen, die in den zurückliegenden zwei Monaten mit Antibiotika behandelt wurden. Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind anfälliger für schwere Verläufe. Bei 20 bis 40 % aller Krankenhauspatienten lassen sich diese Bakterien nachweisen – die Betroffenen sind meist beschwerdefrei.

Symptome: Übelkeit, Bauchschmerzen, Fieber, plötzlich einsetzende, wässrige, manchmal auch blutige Durchfälle, die einen typisch fauligen Geruch haben. Nur in wenigen Fällen klingt die Erkrankung von selbst ab.
Mögliche Komplikationen: Blutvergiftung, Darmverschluss, akute Erweiterung des Dickdarms, Loch/Riss der Darmwand.

Informationen: Viel trinken, um den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen, leicht verdauliche Kost.
Hygiene: Regelmäßiges Händewaschen, besonders nach jedem Toilettengang, vor jedem Essen und jeder Zubereitung von Speisen — auch mindestens für zwei Wochen nach Abklingen der Krankheitszeichen.
Verwenden Sie eigene Handtücher und Hygieneartikel.
Bettwäsche, Handtücher, etc. des Erkrankten häufig wechseln und bei mindestens 60°C waschen. Geschirr sollte ebenfalls bei mindestens 60°C gespült werden.

Erkrankte Personen, die beruflich mit Lebensmitteln zu tun haben, dürfen vorübergehend nicht arbeiten. Kinder unter 6 Jahren, die erkrankt sind oder bei denen der Verdacht darauf besteht, dürfen vorübergehend keine Gemeinschaftseinrichtungen (Kinderkrippe/-garten, Schule) besuchen. Eltern müssen diese Institutionen über die Erkrankung des Kindes informieren.