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Rückenschmerzen sind einer der häufigsten Gründe für Arztbesuche und Arbeitsausfälle, fast jeder hat im Leben mindestens einmal damit zu tun.

Rückenschmerzen (= Lumbago) werden meist als stechend, ziehend oder brennend empfunden. Sie können in allen Bereichen des Rückens auftreten, am häufigsten jedoch ist die Lendenwirbelsäule betroffen. Rückenschmerzen können lokal beschränkt sein, aber auch in andere Körperregionen ausstrahlen, sie können sich allmählich entwickeln oder plötzlich aus vollkommener Beschwerdefreiheit als „Hexenschuss“ auftreten.
Der Begriff „Hexenschuss“ entstammt dem altertümlich/mittelalterlichen Glauben, eine Hexe könne Menschen durch ihren bösen Blick einen plötzlichen (Pfeil-)Schuss ins Kreuz jagen.

Bei der akuten Lumbago tritt der Schmerz vorwiegend nach einer Bagatellbewegung – einer unkontrollierten oder ruckartigen Dreh-, Bück- oder Aufstehbewegungen – oder durch falsches Heben schwerer Lasten auf. Dadurch kommt es zu einer sofortigen Muskelverhärtung im Bereich der Lendenwirbelsäule. Muskelverhärtungen können auch die Folge von untrainierten Muskeln, eines grippalen Infektes, Stress/Überbelastung, Übergewicht und weiteren ungünstigen Faktoren sein.
Die Beweglichkeit wird durch die Schmerzen drastisch eingeschränkt: Manchmal sind sie so heftig, dass das Aufrichten des Oberkörpers unmöglich wird – und sie können in die Beine oder bis in die Füße ausstrahlen. Akute Rückenschmerzen dauern nicht länger als zwölf Wochen, danach spricht man von chronischen Rückenschmerzen.

Mögliche Begleitsymptome:
Gefühlsstörungen in Armen und Beinen, Muskelschwäche, Muskelschmerzen, Lähmungen, Fieber.

In den meisten Fällen ist ein Hexenschuss schmerzhaft aber ungefährlich. Kommt es jedoch zu Taubheitsgefühl in den Beinen oder Schwierigkeiten beim Toilettengang (Wasserlassen, Stuhlgang), sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Untersuchung:
Körperliche Untersuchung. Abklärung zum Ausschluss anderer Erkrankungen: Röntgenbild der Wirbelsäule; bei Verdacht auf Bandscheibenbeteiligung MRT oder CT.

Eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung, ausgewogener Ernährung sowie aktiver Gestaltung des Alltags trägt generell zur Gesundheit des Rückens bei, dazu zählt auch richtiges Sitzen, Stehen, Bücken, Heben und Tragen.

Bei harmlosen Schmerzen trägt es deutlich zur Besserung bei, wenn der Betroffene frühzeitig wieder körperlich aktiv wird und sich angemessen belastet, da zu lange Schonung schadet und eine Chronifizierung fördert.

Tipps bei Rückenschmerzen aufgrund von Überbeanspruchung oder Verspannungen:

  • Kurzzeitige Einnahme von Schmerzmitteln (nach Rücksprache dem Arzt!)
  • Massagen / Physiotherapie / Wärme– bzw. Kälteanwendungen
  • Gezielte Übungen zur Stärkung der Rumpfmuskulatur: Bauch- und Rückenmuskulatur stützen und entlasten die Wirbelsäule
  • Pausen bei sitzenden Tätigkeiten (aufstehen, strecken, dehnen)
  • Regelmäßig Sport zum Ausgleich bei einseitiger Muskelbelastung – moderate Bewegung stärkt die Rückenmuskulatur (rückenfreundliche Sportarten: z.B. Schwimmen, zügiges Gehen, Nordic Walking, Radfahren)
  • Stressabbau (z.B. Entspannungstraining, Yoga, autogenes Training)
  • Rückenschule zum Erlernen, wie man schwere Gegenstände richtig hebt/trägt
  • Übergewicht reduzieren
  • Unnatürliche Körperhaltungen, die den Rücken belasten, vermeiden