Themen: , , , , , , , , ,

Die Halswirbelsäule (HWS) besteht aus 7 Halswirbeln. Der erste Halswirbel wird als „Atlas“, der zweite als „Axis“ bezeichnet. Der Dornfortsatz des 7. Halswirbels ist besonders lang und unter der Haut tastbar. Aus dem Rückenmark im Bereich der Halswirbelsäule entspringen auf jeder Seite acht Spinalnerven. Die Halswirbelsäule ist der beweglichste Wirbelsäulenabschnitt und ermöglicht Beugung, Streckung, Seitwärtsneigung und Drehung.

Beim Schleudertrauma handelt es sich um eine gewaltsame Verletzung (Beschleunigungstrauma) der Halswirbelsäule. Hals- und Nackenmuskulatur können kaum oder gar nicht schützend auf eine plötzliche, ruckartige Bewegung einwirken. Dabei kann es zu Zerrungen oder kleinen Rissen in Muskeln, Sehnen oder Bändern kommen, welche die Halswirbelsäule umgeben. Durch einen von hinten auf die HWS einwirkenden Schlag oder durch einen starken Abbremsmechanismus – also plötzliche Beugung oder Überstreckung – kann die HWS verletzt werden:
• Auffahrunfall
• Achterbahn- oder Autoscooter-Fahrten, wilde Karussells
• Sportarten wie Boxen, Karate, Judo, Ringen oder Tauchen
• Stürze
• Schütteltrauma

Beschwerden setzen oftmals erst einige Stunden bis hin zu Tagen nach dem Unfallereignis ein, sie können sich mit kurzen beschwerdefreien Intervallen abwechseln. Bei einem leichten HWS-Schleudertrauma können sich die Beschwerden nach ein paar Wochen bessern, bei einigen Betroffenen bleiben sie bestehen oder verstärken sich. Typisch sind Nackenschmerzen, Kopfschmerzen und Verspannungen der Nackenmuskulatur.

Weitere mögliche Beschwerden: Sehstörungen – Schwindel – Tinnitus (Ohrgeräusche) – Gefühlsstörungen / Schmerzen in beiden Armen, Schultern, z.T. Gesicht – Kraftminderung in den Armen – Gefühl von Instabilität im Nacken – Sprachschwierigkeiten – Schluckstörungen – Schlafstörungen.

Notfall / Versicherungsfall:
Bei Übelkeit, Erbrechen oder Bewusstlosigkeit muss der Betroffene umgehend in ärztliche Behandlung, insbesondere wenn es sich um einen Versicherungsfall handelt (z.B. bei Auffahrunfall).

Untersuchung:
Körperliche Untersuchung, Erfragen nach Unfällen/Stürzen, Tastbefund, Röntgen, Magnetresonanztomographie (MRT)

Behandlung: Ein Schleudertrauma kann nur symptomatisch behandelt werden:
• Kurzfristige Schonung (Vermeiden von Erschütterungen)
• Medikamentös: Schmerzmittel / Muskelentspannungsmittel / Antirheumatika
• Konservativ: Physiotherapie, aktive Mobilisierung, Massagen/Fango, Heilgymnastik
• Kühle Wickel bzw. kühlende Gels gegen Schmerzen, wärmende Wickel gegen Verspannungen

Information:
In der Regel heilt ein Schleudertrauma nach wenigen Wochen bis einem halben Jahr ohne Folgen ab. Spätfolgen sind selten: Ca. 10% der Betroffenen leiden auch nach einem Jahr noch unter Beschwerden und sind in ihrer Arbeits- und Lebensqualität eingeschränkt. Mikroverletzungen und deren Spätfolgen können sich erst nach Jahren zeigen.