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Von Hypotonie spricht man, wenn Blutdruckwerte unterhalb der üblichen Normalwerte 120/80 mmHg gemessen werden – bei Frauen Werte unter 100/60 mmHg, bei Männern unter 110/70 mmHg. Man unterscheidet zwischen primärer und sekundärer Hypotonie.

Bei der häufigsten Form, der primären Hypotonie, sind keine fassbaren Ursachen zu diagnostizieren. Vermutlich wird eine gewisse Neigung zur Hypotonie vererbt, aber auch durch bestimmte Ernährungsgewohnheiten beeinflusst. Betroffen sind in den meisten Fällen Menschen mit Essstörungen, Jugendliche in der Wachstumsphase, Schwangere, schlanke Frauen, hagere ältere Menschen.

Bei der sekundären Hypotonie sind die Beschwerden die Folge einer anderen Grunderkrankung: Herzerkrankungen (wie Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen), Stoffwechselerkrankungen (Schilddrüsenunterfunktion, Unterfunktion der Nebenniere), Flüssigkeitsmangel z.B. durch zu wenig trinken oder größeren Blutverlust, anhaltende Durchfälle, lange Bettlägerigkeit, Erkrankungen des Nervensystems. Ebenfalls können blutdrucksenkende / wassertreibende Mittel sowie Herzmittel zu einer Hypotonie führen.

Beschwerden:
Schwindel, Sehstörungen (Flimmern oder Schwarzwerden vor den Augen), pulsierende Kopfschmerzen, Ohrgeräusche, Bewusstseinsstörungen bis hin zur Ohnmacht, beschleunigter Herzschlag, Frösteln, Schweißausbruch, Müdigkeit, Antriebsminderung, Konzentrationsstörungen, Neigung zu kalten Händen und Füßen, Schlaflosigkeit.

Vorbeugung / Therapie:
Was man selbst tun kann: Regelmäßige sportliche Aktivitäten (Spaziergang, Wanderung, Gymnastik, Schwimmen), Wechselduschen (Kalt-/Warmwassergüsse), Bürstenmassagen (zum Herz hin gerichtet), Tragen von Stützstrümpfen bei Krampfadern oder venöser Schwäche, Vermeiden oder Reduzieren von Stress und Übermüdung, ausgewogene Ernährung, ausreichend Flüssigkeitszufuhr (mindestens 2-3 Liter pro Tag), Rauchen einstellen/vermeiden.

Betroffenen hinlegen, Beine hochlagern (mind. im Winkel von 45°), kaltes, feuchtes Tuch auf die Stirn oder in den Nacken legen.

Bei anhaltenden bzw. stärkeren Beschwerden: Abklärung beim Hausarzt (Blutuntersuchung, EKG, weiterführende Untersuchungen), medikamentöse Therapie.

Ohne körperliche Beschwerden ist ein zu niedriger Blutdruck ohne Krankheitswert, da er – im Gegensatz zum hohen Blutdruck (Hypertonie) – weder schädlich für das Herz-Kreislaufsystem noch lebensbedrohlich ist, die Betroffenen können lange gesund bleiben.
Jedoch kann es bei einer Neigung zum Kreislaufkollaps / Ohnmachtsanfall zu gefährlichen Situationen kommen, man kann sich bei einem Sturz schwer verletzen oder Unfälle verursachen.