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Die Erreger der Legionellose sind stäbchenförmige Legionellen-Bakterien (vorwiegend Legionella pneumophila). Legionellen sind weltweit verbreitet: Sie finden sich in zahlreichen Arten und Serogruppen sowohl in natürlichen Oberflächenwässern sowie im Boden und in geringer Anzahl auch im Grundwasser. Daher können sie sich entsprechend in Trinkwassersystemen – in überwiegend sehr geringer Konzentration – befinden.

Infektionswege:
In kaltem Wasser sowie bei Erwärmung über 60°C können sich Legionellen in der Regel nicht vermehren, daher kann man sie innerhalb kurzer Zeit vernichten.
Als Hauptinfektionsweg ist das Einatmen erregerhaltiger, lungengängiger Aerosole aus dem Warmwasserbereich anzusehen – also überall dort, wo zerstäubtes/dampfiges Wasser eingeatmet wird, wie unter der Dusche, im Whirlpool /Schwimmbad oder beim Einsatz von Luftbefeuchtern. Eine Übertragung von Mensch-zu-Mensch ist nicht bekannt.

Risikofaktoren:
Chronische Lungenerkrankungen (z.B. COPD), Männer sind häufiger betroffen als Frauen, zunehmendes Alter (über 50), Diabetes, Herzschwäche, schwere Nierenfunktionsstörungen, Immunschwäche wie bei HIV/AIDS, bei Chemotherapie oder Immunsuppression, Alkohol- und Nikotinkonsum.

Beschwerden:
Eine Legionellose kann eine Lungenentzündung mit lebensgefährlichem Verlauf hervorrufen – im ungünstigen Fall kann dies zum Tod führen. Die Inkubationszeit beträgt ca. 2 bis 10 Tage.
Pontiac-Fieber: grippeähnliche Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, Gliederschmerzen, Husten, starker Auswurf, Atemnot, evtl. Durchfall. Die Inkubationszeit beträgt 12 – 48 Stunden.

Untersuchungsmöglichkeiten:
Erfragen der Vorgeschichte (Hotelaufenthalt?), körperliche Untersuchung, im besonderen der Lungen einschl. Röntgenaufnahme, Blut-/Urinuntersuchung als Nachweis von Antikörpern gegen Legionellen oder der Erbsubstanz der Erreger (PCR).

Behandlung:
Antibiotika, fiebersenkende Mittel, Husten/Auswurf fördernde Medikamente Eine Behandlung sollte so schnell wie möglich begonnen werden.

Mögliche Komplikationen:
Bei verzögerter Behandlung: Hirnentzündung mit Bewusstseinsstörungen, akutes Lungenversagen durch Blutvergiftung, Infektion von Herz oder Nieren.

Vorsichtsmaßnahmen / was man selbst tun kann:
Leitungswasser sollte auf über 60°C erhitzt sein; bei Verdacht: kein warmes Leitungswasser trinken, Wasser vor dem Duschen zuerst über eine Minute laufen lassen; nur Bäder in hygienisch einwandfreien Whirlpools nehmen; Klimaanlagen, Luftbefeuchter oder Duschkopf regelmäßig reinigen und desinfizieren; Nikotinstopp.

Information:
Eine Impfung gegen Legionellen gibt es derzeit nicht. Bei intaktem Immunsystem besteht beim Trinken von mit Legionellen kontaminiertem Wasser keine Gesundheitsgefahr.