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Die am häufigsten verbreitete Hauterkrankung ist die Neurodermitis – eine schubweise auftretende, chronische Entzündungsreaktion der Haut, die sich in den meisten Fällen bereits im Säuglingsalter zeigt. Trotz verbesserter Hygienemaßnahmen und höherwertigerer Lebensmittel haben die Fälle in den letzten vier Jahrzehnten stark zugenommen.

Hauptursachen:
Umwelteinflüssen sowie eine genetische Veranlagung: Eltern geben die Krankheit oft an ihre Kinder weiter. Des Weiteren: Allergene – wie Nahrungsmittel, Pollen, Hausstaub, Tierhaare, Wolle – (psychischer) Stress, Infektionen, klimatische Bedingungen. Bei der Neurodermitis ist die Schutzfunktion der Haut verloren: Die Zusammensetzung der Hautfette ist verändert, so dass die Haut mehr Feuchtigkeit verliert und dadurch Schadstoffe und Allergie auslösende Substanzen leichter eindringen können.

Symptome (Beschwerden): Extrem trockene, empfindliche Haut mit Neigung zu wiederkehrenden Ekzemen mit geröteten, schuppenden und zum Teil nässenden Hautstellen – was zu Juckreiz bis hin zu Juckattacken führt. Unterschiedlich starke Ausprägung der vorwiegend schubweise auftretenden Beschwerden. Durch Kratzen wird die Haut oft noch stärker entzündet. Die Erkrankung beginnt häufig mit dem sog. Milchschorf, der sich ausbreiten und großflächig werden kann. Häufig kommt es dabei zu Infektionen mit Viren, Bakterien oder Pilzen.

In vielen Fällen haben Neurodermitis-Betroffene dunkle Augenränder, eine doppelte Falte am Augenunterlid, Furchen unter den Augen, Risse an den Ohrläppchen sowie Juckreiz beim Schwitzen oder durch direkten Hautkontakt mit Wolle.

Diagnose (Untersuchung): Blickdiagnose (typisches Hautbild), Familienanamnese, Haut-Allergietests, Laboruntersuchung zum Nachweis von Antikörpern (IgE), Untersuchung von begleitenden allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen, Asthma oder Nahrungsmittelallergien.

Therapie (Behandlung):
Medikamentös: Kortison (entzündungshemmend, juckreizstillend), Antibiotika (gegen bakterielle Infektionen), topische Immunmodulatoren/Calcineurinhemmer (alternativ zu Kortison), Antihistaminika/ antiallergische Medikamente (zur Verminderung des Juckreizes), Immunsuppresiva (in besonders schweren Fällen)
Alternativ: Gerbstoffe (entzündungshemmend), Harnstoffpräparate (binden Feuchtigkeit), Teerpräparate / Schieferöle, Präparate gegen Juckreiz, Licht- und Klimatherapien, Entspannungstechniken.
Nicht kratzen, da dies das Beschwerdebild verschlimmert und zu Infektionen führt!!! Regelmäßige Hautpflege.

Info:
Bislang gibt es keine Heilung. Innerhalb der ersten zwei Jahre verschwinden die Hauterscheinungen bei der Hälfte der betroffenen Babys von selbst, bei weiteren 20% hören die Schübe mit der Pubertät auf.

Neben der Neurodermitis besteht in vielen Fällen gleichzeitig eine andere Allergie, wie Pollen-, Hausstaubmilben- oder Nahrungsmittelallergie; daher sind bekannte Allergene zu vermeiden. Rauchen gilt als verstärkender Faktor (Trigger).