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Tinnitus ist ein Symptom, keine Erkrankung. Man definiert hier die subjektive Wahrnehmung eines Tones oder Geräusches ohne äußerliche akustische Reizung.
Laut der Deutschen Tinnitus-Liga erfahren jährlich rund 0,5% der Gesamtbevölkerung Deutschlands einen Tinnitus—das sind knapp 350.000 Fälle.
Mittlerweile haben Wissenschaftler herausgefunden, dass ein Tinnitus im Gehirn und nicht im Ohr selbst entsteht. Je nach Schädigung ist der Tinnitus nur vorübergehend oder bleibend (chronisch).

Die Ursachen einer Schädigung von Nervenelementen des Hörsystems sind vielfältig:
Störungen im Mittelohr: z.B. Fremdkörper im Ohr, Ohrschmalzpfropf, Trommelfellperforation, Tubenmittelohrentzündung. Störungen im Innenohr: z.B. akustisches Trauma (Lärm, laute Musik in Discos oder Konzerten, bei Autobahnfahrten mit offenem Verdeck), innenohrtoxische Medikamente, Stress, Morbus Menière (= Druckgefühl im Ohr, Schwindelgefühl über Stunden, Erbrechen, zunehmende Schwerhörigkeit), Hörsturz, Altersschwerhörigkeit, Verhärtung des Ohrganges (Otosklerose), Gefäßanomalien oder Tumore. Äußere Faktoren: z.B. Störungen im Kauapparat, der Nacken-/Halsmuskulatur oder der Halswirbelsäule, Diabetes, Hypo– oder Hypertonie.

Symptome (Beschwerden):
Die empfundenen Töne / Geräusche sind ausgesprochen unterschiedlich sowohl in Art, Frequenz und auch Dauer: Betroffene berichten von Rauschen, Pfeifen, Brummen, Zischend oder Sägen, die Geräusche sind kontinuierlich, unterbrochen oder abschwellend und liegen im Hoch– und Tieftonbereich. Oftmals geht eine Hörminderung sowie Schwindelgefühl einher.

Abklärung:
Krankenvorgeschichte, Gleichgewichtsprüfung, HNO-ärztliche Untersuchung mit Hörtest (Frequenzbestimmung, bzw. werden dem Patienten verschiedene Töne vorgespielt, bis er sein eigenes Ohrgeräusch nicht mehr wahrnimmt), Blutuntersuchung auf Infektionen, Blutdruckmessung, radiologische Untersuchungen wie CT oder MRT des Kopfes zum Ausschluss von Durchblutungsstörungen oder Tumoren.

Therapie:
Je schneller ein akuter Tinnitus behandelt wird, desto höher sind die Rückbildungschancen und es könnte verhindert werden, dass die Ohrgeräusche chronisch werden. Ein Tinnitus ist nicht lebensgefährlich, jedoch können die Ohrgeräusche die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Ein tatsächlicher Beweis für die Wirksamkeit bestimmter Medikamente liegt nicht vor, als Therapie werden häufig durchblutungsfördernde Substanzen, Kortison-Präparate, Lokalanästhetika oder Sauerstofftherapien angewendet. Ruhe und Entspannung sind in jedem Fall förderlich.

Eine dauerhafte Heilung eines chronischen Tinnitus ist bisher nicht möglich, hier wird eine Vielzahl an Therapiemöglichkeiten angeboten: von Akupunktur über Hypno-Therapie, Yoga und Medikamenten bis hin zu Musik– und Gesprächstherapien.

Bei der individuellen Tinnitus-Bewältigung steht im Vordergrund, dass der Betroffene mit seinem Ohrgeräusch gut leben und akzeptieren kann, dass nicht das Geräusch, sondern dessen Bewertung entscheidend ist.