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Ist ein Hautbereich innerhalb kurzer Zeit hohen Temperaturen ausgesetzt, kann sich die Wärme nicht schnell genug verteilen und es kommt zu Gewebeschädigungen – der Grad der Verbrennung hängt von der Dauer, der Intensität und der Ausbreitung ab.

Unsere Haut besteht aus verschiedenen Schichten:
Oberhaut (Epidermis): vorwiegend Epithelzellen, enthält keine Gefäße, relativ dünne Schicht, erneuert sich ca. alle 15-30 Tage Lederhaut (Corium): Kollagen sowie Bindegewebszellen, bilden zusammen mit der Subcutis eine Stützstruktur; enthält feine Blutgefäße, Nerven-/Empfindungszellen, Talg- und Schweißdrüsen und Haarfollikel.
Unterhaut (Subcutis): vor allem Fettgewebe, Bindegewebe, enthält Blutgefäße. Aufgabe: Aufprallschutz, Wärmeisolierung, Energiespeicher.

Ursachen: Große Hitze, Feuer, starke Reibung (z.B. enges Schuhwerk = Blasen an den Füßen), Strom, Blitzschlag, heiße Flüssigkeiten / Gegenstände, heißer Dampf, hohe UV-Strahlung (Solarium, Sonne), Radioaktivität

Symptome (Beschwerden): Verbrennungen werden in Schweregrade eingeteilt
Verbrennung Grad 1: Rötung, Schwellung, Spannungsgefühl, leichte bis mittelschwere Schmerzen. Nach einigen Tagen heilt die Verbrennung ohne Narben ab.
Verbrennung Grad 2: betrifft die Oberhaut und den obersten Teil der Lederhaut. Rötung, Blasenbildung (prall gefüllt mit Flüssigkeit; platzen sie, kann man die hellrötliche und nässende Lederhaut sehen). Haarwurzeln, Drüsen und Nerven bleiben intakt, so dass es zu starken Schmerzen kommt.
Verbrennung Grad 3: Schäden in der Oberhaut, Lederhaut, evtl. bis zur Unterhaut. Haarfollikel, Drüsengewebe, Blutgefäße sowie Nerven sind zerstört. Brandwunde erscheint meist weißlich, es besteht hohe Infektionsgefahr
Verbrennung Grad 4: Verkohlung – es sind auch Muskeln, Sehnen und evtl. Knochen geschädigt.

Diagnose (Untersuchung): Bestimmung des Schweregrades und der Ausdehnung der Verbrennung (in %, wobei 1% = ca. Handtellergröße): 9% für je einen Arm, Oberschenkel, Unterschenkel und den Kopf; 18% für vordere bzw. hintere Rumpfseite, 1% für den Genitalbereich.

Wann zum Arzt? Säuglinge sofort, bei Verbrennungen ab Grad 2, bei großflächigen Verbrennungen – wenn mehr als 10% der Hautoberfläche betroffen ist -, bei Hand-, Fuß-, Gesichts- und Genitalverbrennungen, bei Arbeitsunfällen.

Behandlung: Eine Verbrennung sollte unmittelbar nach Entfernen der Hitzequelle für max. 5 Minuten gekühlt werden. Dies hilft zur Schmerzlinderung und verhindert ein Ausbreiten der Wärme im betroffenen Areal. Tetanusschutz prüfen! Ausgleichen des Flüssigkeitsverlusts, Punktieren der Brandblase, Verbrennung steril abdecken, Kompressionsverbände gegen Narbenbildungen; offene Verbrennungen müssen in der Regel chirurgisch versorgt werden; vorbeugende Behandlung gegen Infektionen; Schmerzbehandlung; evtl. Hauttransplantation.

Notfall: Ab Verbrennungen 3. Grades kann es zu einem Verbrennungsschock durch zu starken Flüssigkeits- und Eiweißverlust kommen. Anzeichen: Schweißausbruch, Übelkeit, Schwindel, Blässe, Herzrasen; Herzkreislauf-Zusammenbruch, Bewusstlosigkeit.

Komplikationen: Infektionen und Auskühlung bzw. Austrocknung — diese Komplikationen können tödlich enden. Bei jedem Brandopfer sollte man an ein Inhalationstrauma durch Ruß denken (Husten, Atemnot, Sauerstoffmangel). Sind über 80% der Hautoberfläche von Verbrennungen betroffen, überlebt der Betroffene in der Regel nicht. Für den Heilungsverlauf sind Vorerkrankungen (wie z.B. Diabetes, Nikotin- / Alkoholkonsum, schwere Stoffwechselerkrankungen) nicht unerheblich. Langwierige Behandlungen und bleibende Schäden nach schweren Verbrennungen führen oft zu hoher psychischer Belastung, so dass eine psychologische Begleittherapie sinnvoll erscheint.